Personalsorgen zum Start in die Englische Woche – Dafür machen die xG-Grafiken aus dem Köln-Spiel Mut

Was das Zusammenwachsen zur spielerischen Einheit angeht, könnte das vom Ergebnis unbefriedigende 3:3 gegen Fortuna Köln durchaus ein weiterer Schritt nach vorne gewesen sein. Schade nur: Im ersten Spiel der nun anstehenden Woche, am Samstag, 14 Uhr, gegen den FC Carl Zeiss Jena, muss Trainer Michael Frontzeck mit einiger Wahrscheinlichkeit auf mehreren Positionen die Startelf ändern: Julius Biada, Timmy Thiele und Christoph Hemlein sind angeschlagen, ihr Einsatz entscheidet sich erst am Spieltag. Bereits sicher ist der Wechsel im Tor: Wolfgang Hesl kommt für den verletzten Jan-Ole Sievers. Unterdessen belegen die uns nun vorliegenden xG-Grafiken aus dem Köln-Spiel, dass ein FCK-Sieg verdienter gewesen wäre, als es auf den ersten Blick aussah.

Thiele und Hemlein kämpfen mit Knieproblemen, Biada mit einer Muskelblessur – für ihn stehen die Chancen auf Startelfeinsatz wohl am schlechtesten. Immerhin hat sich mit Theo Bergmann auf seiner Position am Montagabend schon ein starker Nachrücker aufgedrängt. Thiele wird auf seinen Einsatz brennen, denn er kehrt in Jena an seine alte Wirkungsstätte zurück. Ebenso Jan Löhmannsröben, der nun vom DFB für seine Cornflakes-Wutrede nach dem Zwickau-Spiel mit einer 1200 Euro-Geldstrafe belegt worden ist. Wie Michael Frontzeck andeutete, wird diesen Betrag wohl die Mannschaftskasse übernehmen – eine schöne Geste.

JETZT KÖNNTE HUTHS STUNDE SCHLAGEN – DIE KÜHLWETTERS AUCH? 

Fallen Thiele und Hemlein aus, wären die Einsätze von Elias Huth und  Florian Pick am naheliegendsten. Darüber hinaus hat U21-Stürmer Christian Kühlwetter gute Chancen, zumindest in den 18er-Kader nominiert zu werden. Denkbar wäre auch, Janek Sternberg die offensive Rolle auf dem linken Flügel anzutragen und Dominik Schad als linken Verteidiger aufzubieten. Das könnte auch die anfällige linke Abwehrreihe stabilisieren, wo gerade Sternbergs Defensivleistungen zuletzt verbesserungswürdig waren.

Mit dem FC Carl Zeiss Jena treffen die Pfälzer auf einen Gegner, der dagegen ankämpft, in einen Negativlauf zu geraten. Die Jenaer waren enorm stark in die Runde gestartet, standen nach fünf Spieltagen mit zehn Punkten auf Rang vier, verloren zuletzt aber zwei Mal hintereinander. Bei der 0:2-Niederlage in Braunschweig flog zudem Rechtsverteidiger Florian Brügmann vom Platz und wird nun am Samstag auf dem Ernst-Abbe-Sportfeld fehlen. Dessen 10.600 Plätze vollbesetzt sein werden – wie eigentlich immer, wenn der FCK in der Dritten Liga unterwegs ist.

DIE XG-GRAFIKEN: DIE „ZONE 14“ MACHT ECHT LAUNE

Werfen wir wieder nun ein Blick auf unsere geschätzten xG-Grafiken, die Sander IJtsma von „11tegen11“ wieder für uns erstellt hat. Die xG-Timeline sieht den FCK mit 1.93 : 1.81 leicht vorne, wobei zu berücksichtigen ist, dass der verschossene Elfer der Kölner diesen Wert allein um 0,76 in die Höhe hebt, oder anders, ausdrückt: Die Trefferwahrscheinlichkeit aus dieser Position hätte bei 76 Prozent gelegen. Interessant auch, welchen kleinen Ausschlag Theo Bergmanns Freistoßtor verursacht. Das zeigt, wie selten aus dieser Distanz Freistöße verwandelt werden.

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Insofern sind die Zuschauer am Betzenberg mit Kunstschüssen dieser Art in dieser Saison bereits ungewöhnlich oft verwöhnt worden, wenn man an Martin Kobylanskis Aktionen aus dem Spiel gegen Preußen Münster zurückdenkt. Dem gelingen solche Hämmer nämlich auch nicht serienweise: „Hat der seitdem eigentlich nochmal ein Freistoßtor geschossen?“, fragte Michael Frontzeck bei der PK am Donnerstag in die Runde.

Spaß macht auch die Visualisierung der „Zone 14“-Pässe, oder, wie wir Konservativen sagen: der Anspiele aus dem Zehnerraum. Im Vergleich zu dem, was der FCK da in den vergangenen Monaten produzierte, war da gegen Köln  richtig viel los. Wofür vor allem Biada und Bergmann verantwortlich zeichnen. Biada bereitete aus der Zone 14 auch Thieles Anschlusstreffer vor.

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Und zum Abschluss noch die Positions- und Passgrafik. Dicke Punkte für die Kicker in der Abwehrreihe, auch Löhmannsröbens Rolle als Schaltstelle im hinteren Mittelfeld wird deutlich, bei Albaek wie gehabt: Da darf noch mehr bekommen. Zwischen Zuck sowie Biada und ihm wurden jeweils nicht mehr als drei Pässe gespielt – denn erst da ab dieser Zahl wird ein Pfeil eingezeichnet. Nichtsdestotrotz sind uns bei dem Dänen gegen Köln zumindest ein paar gelungene Einzelaktionen mehr als sonst aufgefallen.

Die offensiven Flügel präsentieren sich ein wenig asymetrisch, nach dem sie für dieses Spiel erstmals die Positionen tauschten. Linksfuß Zuck zog es etwas mehr in die Mitte, Hemlein orientierte sich mehr nach vorne. Was durchaus zu erwarten war, denn beide Verhaltensweisen passen zu den jeweiligen Spielertypen.

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