„Zwei Spiele rein, vier Spiele raus, so kommst du in keinen Rhythmus“ – Im Gespräch mit Hendrick Zuck

Bei „Liga 3 online“ kann er noch bis zum heutigen Mittwochnachmittag zum „Spieler des 10. Spieltags“ gewählt werden. Ein weiterer Beleg, dass Hendrick Zuck für den Turnaround steht, den der 1. FCK Kaiserslautern in der vergangenen Englischen Woche geschafft hat – nach sieben Punkten in drei Spielen dürfen die schwach gestarteten Lautrer nun das obere Tabellendrittel ins Visier nehmen. Für den 28-jährigen soll diese Saison allerdings auch zum persönlichen Wendepunkt in seiner Karriere werden. Seit seinem Abgang vom Betzenberg Ende Januar 2013 verlief seine Laufbahn eher durchwachsen. In unserem Gespräch nach dem 2:1 des FCK über die Sportfreunde Lotte, zu dem er einen Treffer und eine Vorlage besteuerte, blickt Zuck auch darauf zurück.

Hendrick, Glückwunsch zu deinem ersten Saisontor – und dazu, dass du nicht vor Erstaunen erstarrt bist, wie deine Mitspieler deinen Treffer vorbereiteten.

Ja, das war schon ein Ding. Timmy (Thiele – die Red.) setzt sich überragend durch, setzt mit der Hacke Berger (Theo Bergmann – die Red.) ein, und der nimmt wiederum die Hacke, um mir aufzulegen. Und spielt den Ball auch noch blind, weil er einfach wusste, dass da einer läuft. Ein bisschen Glück war natürlich auch dabei, denn mein Schuss war leicht abgefälscht. Aber dieses 2:0 war für uns enorm wichtig.

Zuvor hattest du mit einem Pass auf Gino Fechner auch das 1:0 eingeleitet. Dein bestes Spiel bislang seit deiner Rückkehr zum Betzenberg?

Na ja, ich bin immer selbstkritisch. Ein Tor und ein Assist, das ist toll, aber ich weiß, dass ich mehr kann, da geht noch einiges. Wir müssen jetzt alle den Aufwind mitnehmen, den wir nach den jüngsten beiden Siegen spüren.

Seit der Länderspielpause, also seit nunmehr vier Partien, spielst du auf der rechten Seite. Seitdem kommst du besser zurecht, hast ja auch schon beim 3:3 in Jena als Einwechselspieler einen Treffer vorbereitet. Wie hast du das Trainerteam überzeugt, dich die Seite wechseln zu lassen?

Die wussten schon immer, dass ich lieber rechts spiele. Aber in den ersten Spielen haben sie mich eben links eingesetzt, und da bin ich nicht so reingekommen. Also haben wir mal gewechselt. Wenn ich von rechts nach innen gehe, habe ich den Ball auf meinem starken linken Fuß und das ganze Spielfeld vor mir, das ist eben mein Ding. Aber die anderen Seite für mich künftig nicht tabu, eigentlich nämlich wollen wir auch während des Spiels öfter die Flügel wechseln.

Am Dienstag vor dem Lotte-Spiel habt Ihr 4:1 in Braunschweig gewonnen, da hast du zuletzt vier Jahre lang gespielt, hattest vor allem bei den Fans einen schweren Stand. War das auch ein persönlicher Triumph für dich, da als Sieger vom Platz zu gehen?

Es ist so oder so ein gutes Gefühl, aus Braunschweig ein 4:1 mitzunehmen. Und ja, es stimmt, in Braunschweig waren die Fans immer sehr kritisch mit mir, dabei hatte ich da auch gute Phasen. Aber der Trainer hat in diesen vier Jahre oft durchgewechselt. Und du mal zwei Spiele drin bist und dann wieder vier Spiele draußen, kommst du einfach in keinen Rhythmus.

Stichwort Rhythmus. Habt Ihr Euren nun so langsam gefunden?

Ich glaube schon, und ich denke, das sieht man auch. Die Kombinationen passen nun besser und wir strahlen im letzten Drittel mehr Torgefahr aus. Das hat uns am Anfang der Saison noch gefehlt, darum haben wir einige Nackenschläger erlebt. Jetzt stehen wir hinten kompakt, wachsen zusammen, werden ein Team. So kann es weitergehen.

Bis zum Braunschweig-Spiel seid Ihr die Mannschaft gewesen, die acht Spiele lang nicht gewonnen hat, jetzt seid Ihr die, die seit sechs Partien ungeschlagen ist…

Ja, so schnell geht das im Fußball. Aber jetzt müssen wir zum VfL nach Osnabrück, der steht in der Tabelle vor uns und hat sich bislang als Topteam präsentiert. Auch da wollen wir was mitnehmen.

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