Verbandspokal: Der zweite Anzug macht die Pflichtaufgabe zur Kür

Auftritte im Verbandspokal Südwest – eine Zumutung für Profiteams und deren Anhang? Keineswegs – wenn Sie sich derart ansehnlich gestalten die Partie des Drittligisten 1. FC Kaiserslautern beim Regionallisten FK Pirmasens. Und wenn die Kicker, die zu solchen Anlässen in die Startelf rotieren, ihre Chancen ähnlich nutzen wie die neun, die im Sportpark Husterhöhe randurften, die Chance zur Empfehlung weiterhin so entschlossen ergreifen, stellen die Überlandfahrten des FCK eine echte Saisonbereicherung dar. Einer hat sich bei dem 3:1-Sieg Mittwochabend besonders eindrucksvoll zurückmeldet: Florian Pick.

Einst als Riesentalent etikettiert, noch in der Jugend zum FC Schalke 04 gewechselt, dort nicht den Durchbruch geschafft, dann zur Zweiten Mannschaft zurückgeholt, für ein Jahr an den Drittligisten Magdeburg ausgeliehen, wo er es nach Anlaufschwierigkeiten zu einigen Startelfeinsätzen brachte, seit Sommer wieder im Profikader des FCK, zuletzt aber erneut in der Versenkung verschwunden – Wir haben es schon in unserer Kaderbetrachtung im Juli geschrieben: Diese Spielzeit wird entscheiden, ob der nunmehr 23-jährige Florian Pick ein ewiges Talent bleibt oder endlich als Profi Fuß fasst.

Sechs Mal hat ihn Trainer Michael Frontzeck in den ersten sieben Drittligaspielen gebracht, dann wurde er erst nicht mehr eingewechselt und schließlich rutschte er ganz aus dem Kader. Die erhoffte Weiterentwicklung schien auszubleiben. Immer wieder versprachen Ballannahme und Antritt des Flügelspielers zunächst fiel, dann aber folgten stets Ballverlust, Fehlpass oder schwacher Abschluss.

EIN ECHTER TEMPODRIBBLER TÄTE DEM FCK MAL WIEDER GUT

Schade eigentlich: Den Pick ist der Typ des Flügeldribblers, wie der FCK sonst keinen im Kader hat. Seine Mitbewerber haben allesamt andere Stärken: Hendruck Zuck zieht lieber von rechts in die Mitte, um mit dem linken Fuß Abschluss oder den Vertikalpass zu suchen, Christian Kühlwetter geht als gelernter Stürmer lieber den direkten Weg zum Tor und Christoph Hemlein ist mehr Wühler als Tempospieler. Einer wie Pick fehlt dem FCK schon seit den Zeiten von Ivo Ilicevic oder Sidney Sam.

In Pirmasens nun deutete der gebürtige Wittlicher an, dass diese Vergleiche nicht so ganz abwegig sind, wie sie nach seinen ersten Saisonauftritten noch angemutet hätten. Nicht nur, dass Pick die Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 zum 3:1-Endstand selbst erzielte, auch viele seiner weiteren Slalomläufe gerieten äußert effektvoll  – und er blieb fast über die volle Distanz ein Unruheherd. Mit dieser Empfehlung dürfte sein nächster Drittliga-Einsatz nicht lange auf sich warten lassen. Hoffentlich glücken ihm dann ähnliche Aktionen.

SICKENBERGER ALS LINKSVERTEIDIGER: EIN EXPERIMENT

Doch auch andere Kicker, die neu in die zuletzt gegen den KFC Uerdingen siegreiche Mannschaft rutschten, machten auf sich aufmerksam. Stürmer Elias Huth etwa, der nach schönen, direktem Zuspiel von Julius Biada den Führungstreffer markiert. Oder die Youngster Carlo Sickinger und Jonas Scholz.

Zu Sickinger hat Frontzeck in den vergangenen Wochen schon angedeutet, dass sein Debüt in der Dritten Liga in Bälde ansteht. Sein Problem derzeit sei die starke Konkurrenz, auf die der 21-jährige im zentralen Mittelfeld trifft.

In Pirmasens durfte Sickinger als linker Verteidiger ran, sicher nicht seine Idealposition, doch auf der könnte er demnächst eher eingewechselt werden. Denn nach der Langzeitverletzung von Flavius Botiseriu fehlt dem FCK eine zweite Alternative auf den Außenverteidigerpositionen. Ähnlich sieht es im Deckungszentrum aus, seit Özgur Özdemir verletzt ist: Hier bietet sich die Chance für Scholz.

JETZT GEGEN GAU-ODERNHEIM

Nicht wie erhofft in den Vordergrund zu spielen vermochte sich dagegen das zentrale Mittelfeldduo Gino Fechner und Mads Albaek. Zu Saisonbeginn noch erste Wahl auf den Schaltstellen, haben sie in der Liga ihre Rollen mittlerweile an Jan Löhmannsröben und Theo Bergmann abgeben. Auch in Pirmasens ließen die beiden den Druck nach vorne vermissen. Für die Spielpraxis werden sie dennoch dankbar gewesen sein, ebenso die übrigen Nachrücker.

Die nächste Landpartie des FCK ist bereits ausgemacht. Im Viertelfinale des Verbandspokals Südwest trifft der Drittligist auf den Verbandsligisten TSV Gau-Odernheim. Angepfiffen wird die Partie voraussichtlich am Mittwoch, 14. November. Die Uhrzeit steht noch nicht fest.

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