Block 4.2 – Der Roman, Kapitel III

De Betze spielt – und es geht um alles, wieder einmal. Doch Albin ist sicher: Alles wird gut, wenn sein Schwiegervater Anton mit von der Partie ist, denn mit ihm in Block 4.2 hat de Betze noch jedes wichtige Spiel gewonnen. In der Nacht vor dem Spiel baut Albin mit seinem Kleinbus jedoch einen Unfall. Albin versucht, den Betze mit seinen Gefährten zu Fuß zu erreichen. Das bedeutet: Vierzig Kilometer durch den Wald, und das durch die Nacht. Doch schon nach wenigen Kilometern finden sich Albin und seine Gefährten auf einer Polizeiwache wieder.  Doch Albin hat eine geniale Idee, um wieder freizubekommen. Er bietet den Beamten eine Sportwette an: Der Champ, sein treuer Begleiter, soll gegen den besten Boxer der Inspektion antreten …

Wer die einzelnen Fortsetzungen nicht abwarten will – Ebook und Taschenbuch gibt’s hier zu kaufen.

Kapitel III

Gíslason

Langeweile und hohler Machismo, die Mixtur hat Stolte bereits als Wehrpflichtiger beim Bund kennengelernt. Ist eigentlich noch gar nicht so lange her, doch ihm kommt’s vor, als wär’s in einem anderen Leben gewesen. Die Truppe, der er jetzt dient, leidet allerdings nicht minder unter Langeweile und hohlem Machismo. Sind anscheinend unvermeidlich, wo Uniformen unterwegs sind. Aber hat es irgendeinen Zweck, das Ehrenamt abzulehnen, das sie ihm da gerade angetragen haben? Sich abgrenzen bedeutet sich ausgrenzen. Und das kann sich niemand leisten, der zu einer Truppe gehört, in keiner Truppe. Denn die Truppe muss zusammenhalten. Wenn einer ausschert, ist das der Anfang vom Ende. Alle für einen, einer für alle.

Natürlich macht Stolte sich nichts vor. Bootz will ihn nicht als Ringrichter, weil er davon ausgeht, dass Stolte sich im Boxsport auskennt, tatsächlich nämlich hat Stolte keine Ahnung. Bootz will verhindern, dass Stolte die Truppe bei der Alten verpetzt, wenn das alles vorbei ist. Er kann ja kaum zur Alten gehen und ihr stecken, dass die Truppe während ihrer Abwesenheit Boxkämpfe im Aufenthaltsraum veranstaltet, wenn er selbst den Ringrichter gegeben hat. Erstaunlich ist nur, dass Bootz Stolte als denjenigen ausgemacht hat, der die Truppe am ehesten verpetzen könnte. Jeder andere hätte auf Hoffmann getippt, denn der ist scharf auf die Alte, das weiß doch jeder.

Doch Bootz ist anscheinend überzeugt, dass von Hoffmann keine Gefahr ausgeht, dass er im Zweifelsfall seine Loyalität zur Truppe immer über seine Geilheit auf die Alte stellt. Stolte dagegen hat ihm zwar niemals Anlass gegeben, an seiner Loyalität zur Truppe zu zweifeln, aber bei ihm weiß Bootz offenbar immer noch nicht, woran er ist. Nicht, dass er Stolte für schwul hält, das wäre wirklich schlimm, aber Stolte ist nun mal aus dem Norden, mag Malzbier und muss sich immer ein bisschen zwingen, über die deftigen Scherze der anderen zu lachen. „Der Stolte hat einen Stock im Arsch“, hat er Bootz mal über ihn sagen hören.

Den Aufenthaltsraum haben sie in Windeseile ausgeräumt. Die Zuschauer werden an der Wand stehen, sodass in der Mitte eine etwa fünf Mal sechs Meter freie Fläche bleibt, ein idealer Boxring. Wenn nur nicht dieser permanente Gipsgeruch wäre – so riecht Kampf nun einmal nicht.

Innerhalb der wenigen Minuten, die ihnen zur Organisation zur Verfügung standen, haben die Jungs noch ein paar Kollegen herbeitelefoniert, die dienstfrei haben, die sollen natürlich auch dabei sein, ein solches Schauspiel darf man niemandem von der Truppe vorenthalten. Erstaunlich, wie viele an einem Freitagabend sofort zur Stelle sind, sich einfach so vorm Fernseher wegziehen lassen. Die neu Eingetroffenen sind leicht zu erkennen, tragen alle Zivil. Sonst weiß natürlich keiner Bescheid. Wer nicht zur Truppe gehört, hat hier nichts verloren. Die Gefahr, dass über Externe – ob Frau, ob bester Kumpel, wer auch immer – was nach außen dringt, wäre einfach zu groß.

Bootz wollte natürlich sofort ein Wettbörse aufziehen. Wollte selbst fünfhundert Euro setzen, auf Bimbo natürlich. Bescheuert eigentlich, denn damit hätte er sich ja selbst die Quote für seinen Favoriten kaputtgemacht, so viel hielt natürlich keiner dagegen, doch Bootz hat dies wahrscheinlich ja sowieso nur getan, damit Bimbo es mitbekommt, damit er sieht, wie überzeugt sein Mentor von ihm ist. Die Jungs wollten sich jedoch lieber einzelne Wettduelle liefern, statt in einen großen Topf einzuzahlen. Hanns wollte nur gegen Holbein wetten, doch konnten sie sich zunächst nicht einigen, wer auf wen setzen sollte, denn beide wollten demonstrativ Bimbo den Rücken stärken, damit er sieht, was für gute Kumpels er hat. Schließlich hat Holbein dann doch einen Fünfziger auf den Champ gesetzt, zähneknirschend und nicht ohne sich direkt bei Bimbo dafür zu entschuldigen – er tue das nur, um den Wettkampf spannend zu machen, und Hanns musste hoch und heilig versprechen, dass er seinen eventuellen Gewinn ohnehin in Bier für die ganze Truppe investiert.

Bootz wollte sich ein Wettduell mit Krusius liefern, weil der zuvor Sprüche gemacht hatte, dank seiner immer noch vorhandenen Grundtechnik sei der Champ immer noch stärker als Bimbo, trotz Sauferei und Kokserei. Krusius wollte jedoch nicht einschlagen, druckste herum, er wette nicht. Worauf Bootz mit seinen fünfhundert Euro – zwei Zweihunderter, ein Hunderter – vor Krusius’ Nase herumwedelte, stichelte, Krusius sei ein Feigling und solle sich endlich einmal benehmen wie ein ganzer Kerl, doch Krusius ließ sich nicht provozieren. Schließlich erklärte sich Dehner bereit, wenigstens mit hundert Euro gegen Bootz zu halten, „damit die Sach’ ihren Reiz hat“.

Dehner ist einer von denen, die spontan herbeigeeilt sind, trägt eine kackbraune kurze Lederjacke und in der Rechten eine Flasche Bier. Vor Jahren hat er mal zum Besten gegeben, er hagge grundsätzlich nur zur Titelmelodie von „Bonanza“, und der Joke ist der einzige, für den er jemals Lacher bekommen hat, drum wiederholt er ihn seit zwanzig Jahren ununterbrochen. Mittlerweile nervt es nur noch, und dass Dehner überhaupt noch haggt, ob zu Bonanza oder irgendeiner anderen Melodie, glaubt auch niemand mehr.

Für die Kämpfer sind zwei einfache Stühle in diagonal gegenüberliegende Ecken des Raumes aufgestellt worden. Auf dem einen sitzt Bimbo, eindringlich gecoacht von Bootz, war ja klar. Deswegen konnte Bootz auch nicht die Rolle des Ringrichters übernehmen.

Bimbo heißt natürlich Bimbo, weil er schwarz ist, beziehungsweise halbschwarz, auf der Schule haben sie ihn „Cappuccino“ gerufen. Sein Vater war, da ist Stolte auch in Gedanken korrekt, Afroamerikaner. Ein GI von der Base, der auf einer Sauftour eine junge Metzgereifachverkäuferin schwängerte. Ist aber immerhin bei ihr geblieben und hat mitgeholfen, die Frucht seiner Lenden großzuziehen. War also ein anständiger Kerl, gibt genug andere, die sich wieder in die Staaten geschlichen haben, nachdem sie sich hier fortgepflanzt hatten, und bald darauf floss auch keine Kohle mehr aufs Konto der alleinerziehenden Mutter.

Als die Alte die PI übernahm, hat sie prompt Terz gemacht, weil die Kollegen Bimbo „Bimbo“ nennen. Es sei ja wohl unmöglich, einen dunkelhäutigen Kollegen mit „Bimbo“ anzusprechen. Bimbo aber hat ihr seinen unwiderstehlichsten Augenaufschlag geschenkt und ihr erklärt, das ginge schon in Ordnung, er heiße nicht wegen seiner Hautfarbe Bimbo, sondern wegen Bimbo Weller, so ein über zweidreißig großer Typ, der mal im Zirkus Krone aufgetreten sei. Das hatte Bootz ihm zuvor eingeimpft. Hat funktioniert. Der Alten war der Wind aus den Segeln genommen und alle, die drumrum standen, grinsten selig.

Davon abgesehen, hat Bimbo schon was drauf. Er boxt für de Betze, der hat nämlich auch eine Box-Abteilung. Die allerdings sehr geschrumpft ist in den vergangenen Jahren. Weil sich kaum einer mehr für was anderes interessiert als Fußball. Und die wenigen, die sich für Kampfsport interessieren, machen lieber Kung-Fu-Scheiß. Den guten alten Männersport Boxen üben nur ein paar letzte Aufrechte aus, und zugucken will schon gleich gar niemand mehr. Nur die Truppe fährt noch voll auf Boxen ab.

Der Champ wird in seiner Ecke natürlich von dem Dicken betreut. Viel reden sie nicht miteinander. Vermutlich hat der Dicke gar keine Ahnung vom Boxen. Der Champ scheint ihm jedoch treu ergeben zu sein. Er war auch kein bisschen überrascht, als der Dicke und Bootz vorhin zu ihnen ins Vernehmungszimmer platzten und sie von ihrer bescheuerten Idee unterrichteten. Stolte dachte zunächst, das sei ein Witz. Das heißt: Zuallererst dachte er, dies sei ein ermittlungstaktisches Manöver, das Bootz sich ausgedacht hatte, um den Champ zum Reden zu bringen. Dann aber dämmerte es Stolte nur allzu schnell, dass Bootz nur wieder eine seiner irren Ideen geboren hatte: ein Boxkampf in der Inspektion, im Bereitschaftsraum, Bimbo gegen den Champ. So richtig sauer wurde Stolte aber erst, als er erfuhr, was als Siegprämie für den Champ ausgehandelt war. Im Falle eines Sieges sollte der Champ einfach abziehen dürfen.

Unfassbar. Das hat Bootz einfach über Stoltes Kopf hinweg entschieden. Vor allem hat Stolte keine Ahnung, wie Bootz das deichseln will, wenn es tatsächlich so kommt. Wahrscheinlich hat er darüber noch keine Sekunde nachgedacht, weil er absolut überzeugt davon ist, dass sein Bimbo den Champ umhaut.

Den Alten, den der Dicke und der Champ im Schlepptau haben, haben sie in einen Stuhl gesetzt und in der Nähe ihrer Ecke an die Wand platziert. Er verfolgt das Treiben eher teilnahmslos, nur manchmal blickt er kurz auf, dabei wirkt er ziemlich irritiert. Ist entweder breit oder längst überreif fürs Bett oder altersdepp, Stolte hat keine Lust, sich auch noch darüber den Kopf zu zerbrechen. Bootz will, dass er den Ringrichter gibt, also gibt er den Ringrichter. Denn über allem steht halt doch die Truppe, der Korpsgeist, dem kann man sich nun einmal nicht entziehen. 

Mach einfach das Beste draus, damit sie sehen, dass du doch einer von ihnen bist, trotz deines norddeutschen Getues und deinem Stecken im Arsch.

Bringen wir’s hinter uns.

„Seid ihr so weit?“, fragt Stolte und tritt in die Mitte des Raumes, also des Rings. Nachdem die beiden Coaches nickend ihre Zustimmung erteilt haben, winkt Stolte die Kämpfer zu sich. Bimbo hat sein Hemd ausgezogen und steht jetzt im Untershirt da, weißer Feinripp, ganz klassisch. Der Champ hat lediglich seine Lederjacke ausgezogen. Trägt ein dunkles Hemd mit hellen Punkten, sieht richtig hochwertig aus, fast wie maßgeschneidert. Ist es natürlich nicht. An der blendenden Figur des Champ sitzen halt auch Sachen von der Stange perfekt. Hat anscheinend noch kein Gramm zugelegt seit seinen großen Zeiten. Er trainiert bestimmt noch ordentlich, denn so einer wie er kann gar nicht anders, der muss rennen, pumpen, ochsen und schwitzen, sonst existiert er nicht. Weil er mehr Körper als Hirn ist.

Alle anderen treten jetzt zurück. Um den Kämpfern eine optimale Kampffläche zu bieten, pflastern sie sich an die Wand. Stolte hört sich den üblichen Scheiß sagen, den er aus Boxerfilmen kennt, denn reale Kämpfe hat er nie besucht. Er will einen sauberen Kampf sehen, kein Treten, Spucken, Kratzen. Und vor allem keine Tiefschläge.

Passt schon.

„Mach ihn fertig, Bimbo“, schreit Dehner und nuckelt an seiner Bierflasche. Hat er nicht gegen Bimbo gewettet? Egal. Geht doch nur um die Show. Um den perfekten Samstagabend. Boxhandschuhe gibt’s natürlich auch nicht, hier wird bare-knuckled, wie in den guten alten Zeiten, als Boxen noch was für richtige Männer war.

„Hau ihm auf die Fratz, Champ“, ruft der altersdeppe Alte plötzlich. Na also, ein bisschen was kriegt er also doch noch mit.

Als Gong dient eine Hupe, so eine für Fahrräder mit einem schwarzen Gummiball, Bootz hat sie mal einem lärmenden Jugendlichen abgenommen und bewahrt sie seitdem in einer Schublade seines Schreibtischs auf. 

Die wird drei Mal gedrückt, von wem auch immer.

Quäk. Quäk. Quäk.

Die beiden Kämpfer stapfen auf aufeinander zu, heben die Fäuste. Bimbo etwas forscher, ganz Herausforderer. Spannt sich an. Phantastischer Body, wirklich, alles ausdefiniert, kein Wunder, dass er die Weiber damit wuschig macht. Bewegt sich auch gut, ohne Frage. Aber das reicht gegen einen, der mal Olympia geboxt hat?

Bimbo kreist erst einmal um den Champ herum, bevor er seinen ersten Jab versucht. Stilistisch sauber, aber wirkungslos. Der Champ lässt die Faust einfach auf seine Deckung krachen, ohne zu zucken.

Alk und Koks, mal ehrlich: Weiß jemand wirklich genau, was bei dieser Mischung herauskommt? Zu viel Alk raubt womöglich die Reaktionsschnelligkeit, und das könnte dazu führen, dass der Champ sich gleich einen Punch fängt, der wirklich wehtut. Allerdings macht Alk auch unempfindlich. Und Koks schärft die Sinne, macht ihn vielleicht schnell, in Beinen, Fäusten, Kopf. Dazu die alkoholbedingte Schmerzunempfindlichkeit … Alk und Koks, wer weiß, vielleicht haben sie den Champ ja nicht geschwächt, sondern erst recht zum perfekten Kämpfer gemacht.

Doch noch hält er sich zurück. Allerdings wirkt er hoch konzentriert. Stolte ist nicht entgangen, wie sich der Körper des ehemaligen Olympioniken anspannte, als der Gong ertönte – auch wenn es nur ein Quäken war. Der Champ hat sich regelrecht aufgepumpt, ist fast einen halben Kopf größer geworden, auch sein Gesichtsausdruck ist ein anderer geworden, klar und wach, seine Augen leuchten, seine Nasenflügel beben leicht von seinen tiefen, gleichmäßigen Atemzügen. 

Er bewegt sich nicht viel, überlässt Bimbo die Show, doch wenn, gleitet er grazil und geschmeidig durch den Raum, anmutig wie ein Balletttänzer. Schon nach wenigen Sekunden spürt Stolte: Da ist jemand wieder er selbst geworden. Der Champ ist eben nur im Ring der Champ, denn da spielt es keine Rolle mehr, was in diesem anderen Leben da draußen geschieht und geschehen ist. Der Hartzer, der in Kneipen randaliert und auf dem Heimweg von Sauftouren in die Vorgärten seiner Nachbarn speit, der existiert jetzt nicht mehr. 

Die übrigen Anwesenden scheinen das auch zu spüren, denn im Raum ist es mit einem Mal totenstill geworden, nur der Atem der Boxer ist leise zu hören, und ab und zu mal ein Schlurfen ihrer Schuhsohlen, wenn diese bei ihren schnellen Bewegungen über den Fußboden schleifen. Auch Bimbo spürt die Spannung in der Luft und die wachsende Präsenz seines Gegners, und die Umtriebigkeit des jungen Herausforderers wirkt auf einmal, als wolle er nur seine Unsicherheit überspielen. 

Was nicht heißt, dass er kneift: Er will es jetzt genau wissen. Versucht wieder einen Jab, diesmal mit etwas mehr Gewicht dahinter. Blitzschnell weicht der Champ jedoch aus, zieht den Kopf nach links – und schlägt eine blitzsaubere Gerade durch Bimbos Deckung hindurch. Sie landet auf dessen linkem Jochbein. Hat noch keine durchschlagende Wirkung, aber: Bimbo weiß jetzt Bescheid.

„Bleib ruhig, Bimbo“, empfiehlt Bootz. Der hat gut reden. Ob Bootz als Coach eigentlich tatsächlich so viel drauf hat? Ob er überhaupt jemals was drauf gehabt hat?

Der Schlag hat Bimbo gereizt. Was auch die Absicht des Champ gewesen sein könnte, aber darüber denkt Bimbo nicht nach. 

Ein Fehler.

Bimbo setzt zu einer Links-rechts-Kombination an, die der Champ locker abblockt. Als Nächstes versucht Bimbo einen monströsen Schwinger, der ihm aber zum Heumacher gerät, denn der Champ taucht unter der heranfliegenden Rechten mit einem Seitwärtsschritt hindurch und zimmert Bimbo eins in die Leber.

Das nimmt Luft. Bimbo versucht, aufrecht zu bleiben, aber es ist deutlich zu sehen, wie er pumpt.

Jetzt greift der Champ an.

Einen ersten Jab kann Bimbo blocken, den zweiten, der sofort hinterher kommt, nicht mehr: Die Faust geht durch und trifft ihn unter der Nase. Die dritte kurze Gerade blockt Bimbo wieder, allerdings so hektisch, dass er seine Flanke vergisst. Worauf der Champ einen fürchterlichen Cross schlägt, der seitlich auf Bimbos Kiefer kracht.

Bimbo macht zwei, drei Schritte zurück, um sich auf den Beinen zu halten, achtet dabei aber nun gar nicht mehr auf seine Deckung. Der Champ geht nach vorn, noch ein Jab, diesmal ungebremst auf die Zwölf, noch ein Haken hinterher, gleiche Stelle wie eben, und Bimbo geht zu Boden.

Niemand jubelt. Nicht einmal die, die auf den Champ gesetzt haben.

Bimbo auszuzählen, erspart sich Stolte. Er wartet im Stillen zehn Sekunden ab und sagt dann tonlos: „Aus.“ Dem Champ den Arm hochzureißen und so etwas zu sagen wie „Sieger in der ersten Runde durch K.o.“ ist ihm ebenfalls zu blöd.

Der Champ schlägt sich mit der Faust drei Mal gegen die Brust und streckt dann den rechten Arm aus. Das macht er ein paar Mal, wobei er eine kleine Ehrenrunde dreht und einen affenartigen „U-U“-Laut von sich gibt. Dass sein Publikum kein bisschen bereit ist, mit ihm zu feiern, enttäuscht ihn ein wenig.

„Das war’s“, ruft der Dicke. „Und jetzt raus hier – wir müssen weiter.“

„Das kannst du nicht machen“, wendet Stolte sich an Bootz, der das Ende des Kampfes mit unbewegter Miene zur Kenntnis genommen hat. 

Wenigstens lacht keiner. 

Nicht einmal Krusius. Aber der ist ohnehin mehr ein versonnener Lächler denn ein lauter Lacher. Er steht in der Ecke und grinst dieses für ihn typische Grinsen, das nur der erkennt, der ihn besser kennt.

„Spielschulden sind Ehrenschulden“, merkt der Dicke sofort an, mehr verärgert als irritiert von Stoltes Einwand.

„Mach dir nicht ins Hemd“, erklärt Bootz – in Stoltes Richtung, nicht in die des Dicken. „Wir kriegen das schon hin.“

„Ich bin mit meiner Vernehmung noch nicht zu Ende“, belfert Stolte. „Da sind noch Details zu klären, die für die korrekte Bemessung und Zuweisung des verursachten Schadens relevant sind.“

„Was soll das jetzt?“, mischt sich der Dicke direkt wieder ein. „Abgemacht ist abgemacht. Wir müssen weiter!“ 

Reißt ganz schön das Maul auf, der Typ. Sind immerhin Polizisten, mit denen er hier redet.

„Immer mit der Ruhe, immer mit der Ruhe“, beschwichtigt Bootz beide Seiten. Und dann zu Stolte: „Du zeigst mir jetzt mal, was du bislang aufgenommen hast, dann schreib ich das zu Ende und der Champ unterschreibt. Geht ratzfatz. Der Champ ist unschuldig, sowieso, ein untadeliger Sportsmann, wie wir eben gesehen haben. Die Typen in der Kneipe haben ihn provoziert und irgendwas anderes zu demolieren als die Visagen dieser Provokateure hat der Champ doch gar nicht nötig. Der Champ ist der Champ, und alle anderen lügen wie gedruckt. Die haben sich eben mit dem Falschen angelegt. Stimmt’s, Champ?“

Der Champ lacht glucksend auf und nickt mit strahlenden Augen, immer noch trunken von seinem Triumph, aber auch aufrichtig begeistert von Bootz’ Worten. Endlich mal jemand, der ihn versteht.

Bootz ist eben ein echter Sportsmann, der vor allem in der Niederlage Größe beweist.

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Türkischer Männerpuff.

Schon klar: Ist Shisha, was so riecht, süß und schwer, nach Orient. Werner weiß das. Vermutlich dealt der Marokkaner auch mit Wasserpfeifen und lässt Kaufwillige ab und zu mal eine durchziehen, bevor es zum Abschluss kommt. Oder er zieht selbst ab und zu mal eine durch in seinem Espace. Daher der Geruch. Shisha. Werner aber ist von der alten Schule. Für ihn riecht Shisha nach türkischem Männerpuff. Also widerwärtig.

Werner vergräbt die Hände tief in die Taschen und guckt so gelangweilt in den Espace, wie er kann. Dabei streckt er die Wampe so weit nach vorne, dass die Schützenjacke aufzuplatzen droht, die er sich in der Eile übergestreift hat. Denn er war schon im Schlafanzug, als der Marokkaner sich meldete. Und der Trachtenwams war das erste, was zum schnellen Überziehen greifbar war. Werner hat aber auch keine große Lust, die Wampe einzuziehen. Auch wenn es schade wäre  um die Hirschhornknöpfe, wenn sie abplatzten. Das eingeschnitzte Geweih, in dessen Mitte sich die beiden Knopflöcher befinden, lassen sie wie Smileys aussehen.

Doch Werner ist an der Ware des Marokkaners in der Tat genau so desinteressiert, wie er es körpersprachlich ausdrückt. Was muss der Typ jetzt noch auftauchen? Angekündigt war er für Montag oder Dienstag, heute ist Samstag, und auch der ist im Grunde vorbei. Nicht, dass Werner schon gepennt hätte. Werner braucht nicht mehr viel Schlaf, hat er eigentlich noch nie gebraucht. Dennoch sind seine Augenlider schwer wie Gullydeckel, und so ähnlich sehen sie auch aus.

Der Marokkaner steht vor der geöffneten Heckklappe des Espace und guckt, als erwarte er den Deal seines Lebens. Hängt in seinen viel zu weiten Klamotten, als hätte er schon Wochen nichts mehr zu fressen bekommen. Pockennarben und Pornobalken im Gesicht, aber prima Zähne, keine Ahnung, wieso diesen Typen so kräftige Beißer wachsen. Das reinste Elfenbein.

Und Nerven hat er. Hat direkt vorm Lokal geparkt, Werner rausgeklingelt und die Klappe aufgemacht. Straßenverkauf halt. Doch auch wenn um diese Zeit nichts mehr los ist, nicht einmal Samstagnacht, so geht’s nun mal nicht. Werner hat ihn dann in den Hof dirigiert.

Stolz hält der Marokkaner ein „Herzblut“-Trikot hoch. Sieht aus wie original, ist ja auch kein Wunder, die Fetzen, die der Marokkaner anschleppt, stammen wahrscheinlich aus der gleichen indischen Elendsfabrik wie die offiziellen Shirts, die de Betze vertreibt, nur bedruckt worden sind sie wahrscheinlich in Südfrankreich. Oder in Nordafrika, so genau weiß Werner das nicht, interessiert ihn auch nicht. 

De Betze verkauft seine Trikots allerdings in seinen Fan-Shops als Markenartikel für fünfzig Tacken oder sogar mehr, die aktuellen Preise kennt Werner gar nicht, diese Fakes dagegen vertickt Werner für einen Zehner. Mordsgeschäft also für den Fan. Beziehungsweise für den Papi, der damit seinen Nachkommen glücklich machen will. Im Einkauf zahlt Werner nur maximal drei Euronen für so ein illegales Leibchen, nur erwischen lassen darf er sich nicht.

Aber wie viel soll er jetzt noch nehmen? Ist das letzte Heimspiel morgen. Sicher absetzen lassen sich die Dinger nur noch vorm Spiel. Wenn de Betze anschließend den Bach runtergeht, kann Werner die Trikots, die übrig bleiben, nur noch als Putzlappen verscheuern, weil dann hat es sich mit Herzblut. Warum muss der Marokkaner auf den letzten Drücker kommen? Zwei, drei Tage vorher, und Werner hätte noch gut eine komplette Lieferung loswerden können. In den Wochen zuvor hat er dem Marokkaner bereits zwei Lieferungen abgenommen, die ratzfatz weg waren. 

War schon ’ne gute Idee vom neuen Vorstand, diese Herzblut-Kampagne. Die Zusammen-sind-wir-stark-Karte spielen, die Tickets für die letzten Heimspiele gekoppelt verkaufen, dabei betonen, dass die einzelne Karte dadurch durchaus billiger wird, und dazu neben den üblichen Teamtrikots noch mal extra „Herzblut“ in die Läden hängen, denn nur mit denen kann der Fan demonstrieren, dass er über ein eben solches verfügt. Und wehe, er tut’s nicht, dann soll er sich auch nicht mehr Fan nennen, so lautet die unterschwellige Botschaft dahinter. Ganz schön clever. Dass de Betze sich dann auch tatsächlich noch mal berappelte, trieb die Nachfrage erst recht in die Höhe. Sechs Punkte Rückstand hatten sie noch vor sechs Wochen auf einen Nicht-Abstiegsplatz, jetzt ist’s nur noch einer. Werner verfolgt den Fußball nicht intensiv, aber diese sich ständig aktualisierenden Hochrechnungen nicht zu verinnerlichen, war in den vergangenen Wochen unmöglich. Und wenn de Betze morgen gewinnt, ist alles gut. Wenn … 

Dank Werner, so sieht er es jedenfalls, war das Herzblut auch für die sozial Schwächeren erschwinglich. Er ist eben ein guter Mensch … Wenn Werner so über sich denkt, lächelt er leicht und versonnen, ohne dass es ihm selbst bewusst wird.

Knapp fünfzehn Stunden noch, dann kocht das Herzblut entweder über oder gerinnt … In dem einen Fall kann Werner auch mit dieser Lieferung Leibchen noch mal gut verdienen, im anderen Fall bleibt er darauf sitzen. Schwere Entscheidung also.

Andererseits: Er kann doch auch mal Flagge zeigen. Gewissermaßen ist de Betze doch sein Geschäftspartner, wenn auch nicht offiziell, aber immerhin hat er Werner zuletzt wieder zu ein paar guten Einnahmen verholfen, daher sollte er in schweren Zeiten in Dankbarkeit und Solidarität zu ihm stehen. Und riskieren, am Ende auf so ein paar blöden Leibchen sitzenzubleiben. Blöd nur, dass de Betze von dieser großen Geste niemals etwas erfahren wird. Eigentlich wird überhaupt niemand jemals davon erfahren. Außer dem Marokkaner, und den interessiert es nicht ernsthaft, weshalb Werner ihm die Shirts abkauft, oder?

Auch eine Möglichkeit: Wenn de Betze sich morgen tatsächlich den Arsch rettet, die falschen Leibchen erst vom Markt nehmen, warten, bis die offiziellen ausverkauft sind, und sie dann gegen einen kleinen Aufpreis anbieten.

Wie schon gesagt: schwere Entscheidung.

„Was hast du sonst noch?“, fragt Werner.

Der Marokkaner öffnet einen weiteren Karton im Heck seines Espace, entnimmt einen Artikel daraus und hält ihn Werner hin. Käppis. Okay, damit macht man nie was falsch. Jedenfalls nicht, so lange der Hauptsponsor nicht aussteigt, mit dessen Logo die Mütze ebenfalls verziert ist. Ist aber, soweit Werner weiß, nicht abzusehen. Also nimmt er den Karton.

„Noch was?“, fragt Werner.

„Special Offer“, sagt der Marokkaner. Und geht zur Front seines Wagens. Greift einen Schuhkarton aus dem Fußraum des Beifahrersitzes, bringt ihn zu Werner und hebt den Deckel.

Rolex-Uhren. Natürlich ebenfalls Fakes. Drei Stück.

Werner nimmt eine heraus, wiegt sie in der Hand. Gutes Gewicht. Sieht auch sonst nach guter Arbeit aus. Kein Krönchen auf der Rückseite – den Fehler machen viele. Referenz- und Seriennummer an den Bandanstößen sind einigermaßen gekonnt graviert, das Hologramm oben ist wenigstens ordentlich angedeutet. Die Datumslupe erreicht annähernd die 2,5-fache Vergrößerung. Keine Kratzspuren am Armband oder der Schließe. Die kann er locker einem Weinbauern aus dem Rebenland als echt verkaufen. Aber braucht er wirklich alle drei?

„Herr Wärmke?“

Werner fährt herum.

Da steht eine Polizistin in der Hofeinfahrt. O Gott.

Doch was macht der blöde Marokkaner? Er sieht die Uniform und rennt los. Haben einfach keine Nerven, die Typen. Dabei ist das doch das erste Gebot, wenn die Bullen in der Tür stehen: Nerven behalten, erst mal ganz ruhig fragen, was los ist, und dabei den Begriffsstutzigen markieren, um Zeit zum Denken zu gewinnen. Aber gleich auf und davon rennen, da merken doch selbst die blindesten Hühner sofort, dass sie auf ein Korn gestoßen sind.

Und siehe da: Die Polizistin macht keinerlei Anstalten, hinter dem Marokkaner herzurennen. Sie scheint selbst ein wenig perplex zu sein. Es ist auch kein Getrappel von anderen Bullenhufen zu hören, ein Röhren ebensowenig. Was schließen wir daraus? Das Bullenweibchen ist allein. Und offenbar gar nicht gekommen, um ihn und den Marokkaner hochzunehmen. Sondern aus irgendeinem anderen Grund. Alles nur ein saudummer Zufall. Schöne Scheiße.

Werner merkt selbst nicht, dass er kurz nickt, als die Polizistin auf ihn zugeht. Und, na klar, schon beim Näherkommen nimmt sie den Blick nicht mehr vom geöffneten Heck des Espace.

„Was haben wir denn da?“

Werner hebt nur kurz die Schultern. Gehört zu seinem körpersprachlichen Standardrepertoire, wenn ihn die Bullen erwischt haben.

„Das sieht nach Hehlerware aus.“

Werner hebt seine tonnenschweren Augenlider, so gut er kann.

„Hören Sie“, holt er aus. „Die Ware hier ist mir gerade eben angeboten worden, ohne dass ich sie angefordert habe. Der Typ hat mich ganz spontan aus dem Bett geklingelt und wollte mir sein Sortiment vorführen. Ich hab noch nicht eins von den Stücken gekauft. Ich werd von solchen Subjekten halt immer mal heimgesucht, seit ich mit solchen Sachen mal aufgefallen bin. Aber das ist lange her, wie Sie aus Ihren Akten sicher noch ersehen werden. Mit dem Zeug habe ich nichts zu tun.“

„Das können Sie Ihrem Anwalt erzählen“, sagt die Polizistin, ohne ihn anzuschauen. „Und um den Kram hier kümmern wir uns jetzt.“ Sie greift an ihr Funkgerät.

„Und wegen was sind Sie eigentlich hier?“, fragt Werner so ungerührt, dass er über sich selbst erstaunt ist. Aber das will er jetzt schon genau wissen, um sich selbst bestätigen zu können, wie scheiße das wieder mal für ihn gelaufen ist, ausgerechnet für ihn, natürlich für ihn. So haben sie ihn doch immer drangekriegt, nur mit Hilfe solcher saudummer Zufälle, ansonsten wäre nie etwas schiefgegangen. Jemand da oben hat seit Werners Geburt einen Heidenspaß daran, ihn und immer nur ihn zu verarschen, so ist es doch, so und nicht anders.

Um einen einigermaßen gerechten oder gar gütigen Gott kann es sich dabei also nicht handeln. Abgesehen davon, dass der kaum an irgendwas einen „Heiden“-Spaß haben könnte.

„Eigentlich suche ich Albin Schmitter und seinen Schwiegervater Anton“, erklärt das Bullenweibchen. „Und Heiner Kühn, den kennen Sie bestimmt, den ehemaligen Boxer, der begleitet die beiden. Die drei sollen heute Abend bei Ihnen im Lokal gewesen sein. Sind Sie eventuell noch bei Ihnen? Oder zwischenzeitlich wiedergekommen?“

Albin also. Sie sucht Albin. Wegen Albin haben sie ihn nun am Arsch. Vor ein paar Stunden noch hat er ihn mit Brot, Bier und Andurln versorgt.

Werner kann nicht anders. Er muss auflachen, kurz und trocken.  

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Es gibt nicht viel, was Bubo noch nicht gesehen hat in seinem Leben, immerhin ist er fast fünfundzwanzig. Aber drei Typen, die nachts durch den Wald geschlurft kommen und von denen einer offenbar noch nicht einmal laufen kann, da er in einem Stuhl mit Rädern sitzt und von einem anderen vor sich her geschoben wird – an den Anblick muss er sich erst einmal gewöhnen. Abgesehen davon veranstaltet dieses Trio einen Lärm, wie es ein Dutzend von Bubos selbst dann nicht könnte, wenn es sich wirklich Mühe gäbe. Und dann leuchten sie auch noch mit Lampen vor sich her, die jedem Waldbewohner, der durch sie aufgeschreckt wird und in das Licht hineinschaut, die Augen verbrennen. 

Da! Einer hat gerade sogar gefurzt, mitten in die Erhabenheit der nächtlichen Natur hinein. Kann sich so etwas allen Ernstes als Krone der Schöpfung bezeichnen? Eigentlich nicht, aber diese ungefiederten Zweifüßler tun es dennoch. So sind sie nun einmal. Vulgär, rücksichtslos und dumm.

Und diese drei hier, das müssen die dümmsten von allen sein. Denn sie sind so dumm, dass sie nicht einmal die Angst kennen, die Angst vorm Wald in der Nacht. Weil sie so dumm sind, dass sie die Geschichten vergessen haben, die ihre Vorfahren ihnen einst vorlasen, als sie noch in ihre Polsterbetten nässten: Von den toten Seelen, die nachts im Wald umgehen, den Hexen und dem monströsen, Menschen fressenden Getier.   

Nicht, dass die Zweifüßler jemals besonders helle gewesen wären. Das weiß niemand besser als Bubo. Denn auch vor ihm haben die dummen, ungefiederten Zweifüßler längst keine Angst mehr. Sie haben ihn und seine Artgenossen ebenfalls vergessen, so, wie sie die gruseligen Geschichten am Kinderbett vergessen haben. Dabei müssten sie sich vor Bubo erst recht gruseln. Allein seine Erscheinung: Wenn er jetzt von seinem Ast abhöbe, seine Flügel aufspannte und in Angriffshaltung auf die drei Ungefiederten zusegelte, lautlos, wie es seine Art ist, und dabei seine orangefarbenen Augen aufleuchten ließe – dieses Pack würde sich glatt einscheißen. Bubos Flügel können sich einssiebzig breit öffnen, das können sich diese Penner vermutlich noch nicht einmal vorstellen.

Wenn die „Bu-huu“ im Wald vernehmen, glauben sie doch, das wäre ein putziges Käuzchen, welches da irgendwo auf einem Ast sitzt und so lustige Töne macht, weil es gerne mit einer Artgenossin eine Runde kuscheln möchte. Dass dieses „Bu-huu“ zu einem echten Waldmonster gehört, das genauso schnell und lautlos tötet, wie es fliegt, davon haben doch diese dämlichen Ungefiederten keine Ahnung. Geschweige denn davon, dass diese Schrecken des Waldes in der Lage sind, so ziemlich alles, was durch den Wald kreucht und fleucht, zu packen, zu töten und zu fressen. 

Okay, an diesen dreien würde sich sogar Bubo wohl verheben, aber einem etwas kleineren Exemplar, einem ungefiederten Zweifüßlerjungen, könnte Bubo jederzeit den Garaus machen. Er hat es nur nie getan, weil er klug ist. Im Grunde nämlich ist er ganz froh, dass ihn die Brut der ungefiederten Zweifüßler gar nicht mehr wahrnimmt. Auch wenn sie dadurch ihren Respekt vor ihm verloren hat. Wer blöd ist, fürchtet nicht. Ist leider so.

Es gab mal eine Zeit, da nannten die Ungefiederten Bubos Vorfahren die Könige des Waldes, oder wenigstens die Großherzöge, allein schon, um ihrer würdevollen Erscheinung gerecht zu werden. Andererseits haben sie sogar schon über sie zu Gericht gesessen, ihnen den Prozess gemacht, so, als gehörten sie ihrer eigenen erbärmlichen Rasse an. Sie haben sie zum Tode verurteilt, angeblich, weil sie mit ihren Hexenweibern im Bunde standen, die den Pferdefüßigen anbeteten. Totaler Blödsinn, aber dass diese erbärmlichen Kreaturen sich dergleichen ausdachten, zeigt doch, dass sie Bubos Vorfahren tatsächlich noch fürchteten. Und weshalb fürchteten sie ihn? Weil er ihnen überlegen war, besser jagte und tötete als sie. Schneller und lautloser nämlich, und vor allem auch nachts, wenn dieses Pack in der freien Natur gar nichts mehr sieht, nichts mehr riecht, sowieso nichts mehr fühlt und sich überhaupt nur noch einscheißen kann. Denn das Seh- und Hörvermögen der Ungefiederten ist dem der Bubos hoffnungslos unterlegen.

Was sie nicht daran hinderte, Bubos Vorfahren mit Feuerrohren vom Himmel zu holen, bei Tage natürlich, weil sie da wenigstens ein bisschen was sehen, außerdem haben sie sich technische Hilfsmittel gebastelt. Sie töteten ihn, weil er tötete und fraß, was auch sie töten und fressen wollten, ihn selbst dagegen fraßen sie nicht. Das war zwar widerwärtig, aber wenigstens natürlich, man bekämpft seine Fressfeinde nun einmal, Bubo versteht das sogar. Die wenigen gerissenen Exemplare der Zweifüßlerbrut machten sogar Jagd auf seine Vorfahren, fesselten sie mit Ketten und legten sich dann auf die Lauer, damit ihre Gefangenen andere Waldbewohner anlockten, die sie dann fangen, töten und fressen konnten. Was auch funktionierte, denn die anderen Waldbewohner kamen nicht etwa, weil sie Bubos Vorfahren befreien wollten, sondern um sie zu mobben – ja, in der Tat, die ungefiederten Zweifüßler dürfen noch nicht einmal von sich behaupten, diese Unart erfunden zu haben. Selbst dafür wären sie zu dämlich gewesen. Noch im Mittelalter behaupteten sie frech, sie stammten vom Bären ab, später versuchten sie, den Affen einzureden, diese wären ihre nächsten Artverwandten. Beide Spezies fühlen sich bis heute zutiefst beleidigt.

Doch selbst in der unrühmlichsten aller Arten gibt es noch Exemplare, deren Nichtswürdigkeit noch einmal hervorsticht, und um solche handelt es sich bei den dreien offenbar. Nach Bier stinken sie obendrein, dazu haben sie ihren Ausdünstungen zufolge irgendetwas Merkwürdiges gefressen, wie Bubos Riechorgan feststellen muss, eine Art Knoblauchwurst. Wenn dieses Aroma nun durch sein Jagdrevier wabert, wird sich die potenzielle Beute, nach der Bubo, der geduldige, in sich ruhende Jäger, gerade Ausschau hält, für Stunden unsichtbar machen.

Für einen Moment denkt Bubo darüber nach, woanders hinzufliegen. Wenn er das jedoch täte, müsste er sich über dieses Pack erst recht ärgern, und das ist es ihm schon gleich gar nicht wert. Was soll’s. Er hat ohnehin gerade Jagdpause. Legt er immer irgendwann nach Mitternacht ein, und die lässt er sich auch nicht nehmen, denn im Gegensatz zu diesen Fehltritten von Mutter Natur verfügt Bubo über Lebensart.

Also bleibt er ruhig auf seinem Ast sitzen. Der übrigens zu einer Traubeneiche gehört, einem der edelsten Gehölze der Region, vor allem die Froschfresser bezahlen Unsummen dafür. Aber auch das weiß garantiert keiner von diesen drei Deppen, die da gerade an Bubo vorbeiflanieren, aufgeschwemmt, gebeugt und verkalkt von den Krankheiten, die ihre sogenannte Zivilisation hervorgebracht hat.

Bubos Kopf dreht sich in kleinen, blitzschnellen Rucklern mit den unwillkommenen Passanten mit. Die Augäpfel selbst kann er nicht bewegen, sie stehen starr in seinem Schädel, dafür kann er den Hals um rund zweihundertsiebzig Grad wenden, schon allein dieses Kunststück würde jedem missratenen Zweifüßlerjungen Alpträume bescheren, so er es zu Gesicht bekäme. Weil diese Simpel eine solche Verrenkung als unnatürlich erachten. Dabei wissen sie gar nicht, was Natur ist.

Ebenso gruseln ließe die Menschenbrut die Größe von Bubos Augen, die fast ein Drittel seines Gesichts ausmachen, von ihrem leuchtenden Orange mal ganz abgesehen. Deswegen sind sie ja so ungeheuer lichtempfindlich. Dass sein Gesicht zudem leicht konkav gewölbt ist, verbessert sein exzellentes Gehör, da es akustische Signale wie ein Parabolspiegel aufnimmt und zu seinen Ohren weiterleitet, deren Muscheln ebenfalls nach vorne gerichtet sind.

Kurz: Bubo ist der perfekte Jäger der Nacht, der nichts und niemand zu fürchten braucht, am allerwenigsten die diese drei Ausgeburten der Hölle mit ihren Bier- und Wurstfahnen.

Aber genug gelästert. Gleich sind sie vorbei, und dann wird Bubo sie auch sofort wieder vergessen. Im Großen und Ganzen nämlich will er sich über die Menschenbrut ja gar nicht beklagen. In seinem Lebensraum haben sie immerhin keine Stromleitungen gespannt, wie sie einigen seiner Verwandten anderswo das Leben gekostet haben. Das ist ja das ungeheuer Bescheuerte an diesen ungefiederten Zweifüßlern: Nachdem sie aufgehört hatten, Bubo und seinesgleichen abzuknallen, töteten sie diese weiter, indem sie wirre Konstrukte in die Landschaft stellten, die augenscheinlich zwar zum Ausruhen einluden, tatsächlich aber absolut todbringend waren, wenn sich einer von ihnen darauf niederließ. Irgendwann mussten sie zugeben, diese Masten und Kabel aus reiner Dusseligkeit errichtet zu haben, denn offiziell wollten sie ihre irdischen Mitbewohner nun gar nicht mehr töten, sondern sie im Gegenteil bewusst schützen, weil sie so etwas wie Fressfeinde angeblich nicht mehr kannten und ihres eigenen zerstörerischen Treibens mittlerweile überdrüssig geworden waren. Vereinzelt begannen sie sogar, Bubos Art nachzuzüchten, indem sie ihre Eier, dem Kuckuck gleich, in die Nester anderer legten, auf dass sie dort ausgebrütet würden. Ein ganz schön übler Streich, den sie anderen Gefiederten da spielten, denn Bubo und seine Artgenossen sind in der Vogelwelt nicht sonderlich gelitten. 

Bubo selbst ist im Felsenland geboren worden, zwischen kahlen Steinen und ein wenig Moos, so, wie die besten seiner Art. Darauf ist er stolz.

Mit pikiertem Blick nimmt Bubo einen letzten Rülpser zur Kenntnis, der aus der Richtung kommt, in die die Ungefiederten nunmehr entschwunden sind. Bestimmt sind sie schon über hundert Meter entfernt. Dann wartet er, bis sich wieder Stille über die Nacht gesenkt hat, die einen Tick heller ist, als er sie eigentlich mag. Vollkommen unbeweglich wartet er auf die Geräusche, die außer ihm kaum jemand sonst im Wald hören kann. Nicht mal mit den Lidern schlägt er. 

Der Igel, der dachte, lautlos genug gewesen zu sein, liegt schon auf dem Rücken, ehe ihm der Gedanke, doch nicht lautlos genug gewesen zu sein, überhaupt kommt. Er fiept nur ein, zwei Mal, als Bubo ihm seinen Schnabel ins Fleisch zu schlagen beginnt. Dann wartet der Igel geduldig, bis sein Herz zu schlagen aufhört. Das mit der Grausamkeit der Natur ist auch nur so eine Phrase, die sich die ungefiederten Zweifüßler einfallen ließen. Tatsächlich akzeptieren die Arten, die in der Nahrungskette unten stehen, wenn es zu Ende geht, sehr schnell, dass sie halt doch nur geboren wurden, um anderen als Nahrung zu dienen. Ihr letzten Laute sind im Grunde mehr Ausdruck des Erschreckens darüber, dass es nun so weit ist, als „Todesschreie“ – ein so dummes Wort lassen sich nur ungefiederte Zweifüßler einfallen.

Wie Bubo mit den Stacheln des Igels klarkommt? Noch so eine blöde Frage. Bubo hat ihn einfach auf den Rücken gedreht und hackt nun das Fleisch Stück für Stück aus dem Igelbauch. Pickt es aus dem stacheligen Kostüm heraus, so, wie ungefiederte Zweifüßler eine Orange aus der Schale fressen. Als ob es so schwer wäre, darauf zu kommen. Geschweige denn zivilisiert.

+ + +

Anton kneift die Augen zusammen. Er kann nur Schemen erkennen, da im tiefen schwarzen Wald. Ist das ein Mann, der ihm da winkt? Er ist sich nicht sicher.

Anton fühlt sich wohl wie lange nicht. Im dunklen Wald, da hat er sich immer wohlgefühlt, schon als Kind. Sein Großvater hat ihn immer mit in den Wald genommen. Pilze suchen. Hallimasch haben sie gesammelt, Honigpilze, körbeweise haben sie diese nach Hause getragen, und wie gut haben sie gerochen. Heute findet kaum noch jemand Hallimasch. Weil die Idioten sie mit den Wurzeln aus dem Boden gerissen haben, statt sie abzuschneiden, so konnten sie nicht mehr nachwachsen, was hat der Opa da immer geschimpft, wenn er so einen Idioten gesehen hat. 

Vielleicht aber findet auch niemand mehr Hallimasch, weil der Opa nie jemandem weitererzählt hat, wo genau im Wald sie zu finden sind, und irgendwann ist er dann gestorben. Hat sein Geheimnis mit ins Grab genommen. Vielleicht hat er Anton ja erzählt, wo die Pilze wachsen, aber Anton kann sich nicht mehr erinnern. Manchmal glaubt er, sich erinnern zu können, dann schiebt sich der Gedanke wie ein Bild vor sein inneres Auge, doch bevor er es fassen kann, um es genauer zu betrachten, wird es unscharf und verschwindet wieder. Das bringt Anton jedes Mal fast um den Verstand, macht ihn wütend, so wütend, dass er die Fäuste ballt und irgendwas an die Wand werfen möchte, dann aber gelingt es ihm, sich zurückzuhalten, er ist schließlich ein anständiger Kerl, der sich zu benehmen weiß. Außerdem muss ja niemand mitbekommen, welche Probleme es ihm bereitet, die Bilder in seinem Kopf zu erkennen, Worte zu finden sowieso. Okay, unlängst hat er sich mal nicht mehr zurückhalten können, da hat er eine Tasse an die Wand geschmissen, die war sogar noch halbvoll mit Kaffee, die Hedwig hat ihn erst ganz entsetzt angeguckt, aber dann hat sie ganz lieb reagiert, überhaupt nicht geschimpft. Das hat ihn einen Moment beruhigt, doch dann hat ihn das noch wütender gemacht, weil er erkannte, jetzt ist es so weit, jetzt behandeln sie dich wie einen alten Deppen, dem man nicht einmal mehr was übelnehmen kann. Und wahrscheinlich bist du auch nichts anderes mehr als: ein alter Depp.

Hedwig.

Heißt deine Tochter nicht Heidrun? Na klar doch.

Als ob du noch einen Beweis gebraucht hättest. Du bist tatsächlich ein alter Depp, sieh’s endlich ein.

Ist das nicht doch ein Mann, der ihm da winkt, aus dem dunklen Wald heraus?

Egal. Soll er doch winken. Der geht ihn nichts an. Ihr Weg ist ein anderer. Welcher eigentlich? Keine Ahnung. Anton will sich aber nichts anmerken lassen. Es geht ihm gut, das ist doch die Hauptsache, und der Dicke, der seinen Rollstuhl schiebt, weiß schon, was er tut. 

Er ist nämlich ein guter Kerl, der, der … Wie heißt er doch gleich? Alfred. Oder? Egal.

Jedenfalls weiß er, was gut für Anton ist. Vorhin hat er ihm noch ein Bier gegeben. Damit er besser schlafen kann, hat er gesagt. Guter Junge. Heidrun gibt ihm schon lange kein Bier mehr. Verträgt sich nicht mit seinen Medikamenten, sagt sie. Blödsinn. Bier ist doch das beste Medikament.

Und in der Nacht mit ihm im Rollstuhl durch den Wald zu fahren, das würde Heidrun niemals erlauben. Der Dicke aber tut’s trotzdem, obwohl es ihn enorm anstrengt, er schwitzt und keucht und hustet, während von seinem Kumpel gar nichts zu hören ist.

Viel zu gefährlich, würde Heidrun sagen. Gefährlich? Quatsch. Der Wald doch nicht. Auch in der Dunkelheit nicht. Für Anton sowieso nicht. Er mag es, wenn es dunkel ist. Da drängen sich ihm keine Bilder auf, die er nicht versteht. Da sieht er nur die Bilder in seinem Kopf. Und die zu erkennen, einzuordnen, zu verstehen ist schon schwer genug.

Außerdem riecht es gut im Wald. In der Nacht noch besser als am Tag. Nach Erde, nach Harz, nach Laub. Jetzt gerade riecht es nach Waldmeisterbrause. Also nach Tannen. Oder Christbäumen. Mit dem Opa im Wald einen Christbaum zu schlagen, einmal im Jahr, vor Weihnachten, das war überhaupt das Größte. Anton ist noch mit ihm gegangen, als er schon längst ein Mann war. Da hieß es bereits, das sei verboten, einfach so Christbäume zu schlagen, wo man wolle, da müssten sie vorher den Förster fragen, aber der Opa hat nur abgewunken. Wieso solle er den Förster fragen, wo er einen Christbaum schlagen könne, gescheiter wäre es, der Förster würde ihn fragen, wo im Wald die Tannen so dicht stehen, dass der Bestand gelichtet werden müsse. Ja, so war er, der Opa, und so waren auch die Förster, eben nicht schlau genug für den Opa. Er war schon ein As. So ein Hängepfeifchen hatte er immer im Mund gehabt, das haben sie ihm erst verboten, als es mit ihm zu Ende ging.

Jetzt aber! Das ist schon ein Mann, der Anton da aus dem Wald heraus zuwinkt.

Das ist doch der, das ist doch der … Tatsächlich. Anton hat ihn vergessen. Das ist Gíslason.

Gíslason, wink emol.

War das ein Spaß. Vierundneunzig. Uefa-Cup. De Betze gegen die eine isländische Mannschaft, nicht Reykjavik, die andere. Akranes. Der Dicke hat damals schon neben ihm gesessen. In Block 4.2.

De Betze hatte bereits das Hinspiel in Island viernull gewonnen. War eigentlich kein Thema mehr, dass er eine Runde weiterkommen sollte. Dennoch kamen zum Rückspiel dreiundzwanzigtausend uff de Betze, das war damals so, da war de Betze immer voll, da hat niemand gefragt, lohnt sich das, geht’s da um was, ist das überhaupt spannend, da ist man einfach hingegangen.

War die erste Saison unter Rausch. Guter Mann, so ein bisschen wie Kalli. Nach dem war zunächst Zobel gekommen, kein schlechter Typ eigentlich, aber gar kein Kalli. Aber Rausch, das war wieder einer, der die Ärmel hochkrempelte, der den Schinken vom Giebel holen wollte. Am Ende wurden sie mit ihm Zweiter, die beste Platzierung seit der Meisterschaft einundneunzig. Viel hätte nicht gefehlt, und auch Rausch wäre ein Meistertrainer wie Kalli geworden, doch die Lederhosen schossen gegen Nürnberg ein Tor, das keins war. Aber das ist eine andere Geschichte.

Akranes kam in der ersten Runde im Uefa-Cup. Im Grunde war’s nicht mehr als ein Freundschaftsspiel. Erste Runde Uefa-Cup, da ging’s meist gegen Mannschaften aus Zypern, Malta, Irland oder Island. Kuka machte das erste und das vierte Tor, die zwei dazwischen schossen Wagner und Haber. Und irgendwann in der Mitte der zweiten Hälfte dachten sich die Fans in der West was Neues aus. Sie riefen im Chor einen Namen, und danach „wink emol“, auf dass der Angerufene die Hand hob und in ihre Richtung winkte, was sie mit Jubel und Applaus quittierten. Zunächst riefen sie die Namen der eigenen Spieler:

„Gerry, wink emol“ – und Ehrmann winkte.

„Miro, wink emol“ – und Kadlec winkte.

„Ciri, wink emol“ – und Sforza winkte.

Alles während des Spiels. Als sie die Elf durch hatten, machten sie mit den Ersatzspielern weiter, die ihnen von der Bank winkten. Danach folgten der  Trainer und der Präsident.

In der 89. Minute markierte Akranes den Treffer zum Viereins. Und als Stadionsprecher Schömbs den Torschützen nannte, „Sigursteinn Gíslason“, forderte die West „Gíslason, wink emol“. Immer wieder, bis das Spiel abgepfiffen wurde. Doch Gíslason verstand nicht. Er ging vom Platz, ohne gewunken zu haben. 

Bis heute.

Jetzt steht er da im Wald und winkt. Zu Anton herüber. Doch, da besteht kein Zweifel. Das ist Gíslason, Anton erkennt ihn jetzt ganz deutlich.

Und was soll er jetzt tun? Was kann er jetzt tun?

Er winkt zurück.

(Fortsetzung folgt.)

Wer die einzelnen Fortsetzungen nicht abwarten will – Ebook und Taschenbuch gibt’s hier.

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