Auf ein Neues: „Wir brauchen Kampf, Leidenschaft, Mentalität – und Matchglück“

Das Schöne an Englischen Wochen: Das Spiel davor lässt sich schnell abhaken. „Und das musst du auch“, meint Sascha Hildmann, Trainer des 1. FC Kaiserslautern, mit Blick zurück auf das unbefriedigende 0:0 am Mittwoch gegen Eintracht Braunschweig – und Blick nach vorn auf die Begegnung gegen die Sportfreunde Lotte am Samstag, 14 Uhr. Allerdings: Der heiß zurückersehnte Torjäger Christian Kühlwetter fällt trotz abgesessener Gelbsperre aus, er hat mittlerweile eine Oberschenkelverletzung erlitten. Womit sich Hildmann gar nicht so viele Optionen bieten, im dritten Spiel innerhalb von sieben Tagen für Blutauffrischung zu sorgen. Auf ein, zwei Positionen wolle er dennoch Änderungen vornehmen, kündigt der Coach an.

Lotte ist 13ter, der FCK gegenwärtig Zwölfter. Tabellennachbarn also, oder? Manchmal scheint es, als lüge nichts mehr als die Tabelle der Dritten Liga. Dass die Lotter auf einem tristen 13. Rang abhängen, liegt an ihrem vergurkten Saisonstart, zu dem sie vier von fünf Partien verloren.

Doch seither haben die Sportfreunde sich ganz schön berappelt. Von den letzten acht Partien verloren sie nur eine – und die nur höchst unglücklich, durch einen umstrittenen Handelfmeter in der 97. Minute (!), gegen Fortuna Köln. Ansonsten gewannen sie drei Mal – und spielten sechs Mal zu null.

MIT ZWEI VERWANDELTEN ELFERN MEHR WÄR DIE WELT VIEL SCHÖNER

Dabei sollte aber auch nicht vergessen werden. So unzufrieden der Anhang derzeit auch ist – auch die Pfälzer haben 2019 erst eine Partie verloren, 0:2 in Münster, am 1. Februar. Seit sechs Spielen sind sie ungeschlagen. 

Und wenn die beiden Elfmeter gesessen hätten, die Janek Sternberg gegen Zwickau und Mads Albaek gegen Braunschweig verschossen, wären vier Punkte mehr auf dem Konto. „Damit wären wir in der Liga die beste Mannschaft im Jahr 2019“, rechnet der Coach vor.

Ansonsten wiederholen sich die Ansprachen in den Vorab-PK’s irgendwie, das stellt selbst der Trainer fest. Auch dieses Spiel „wird über Kampf, Leidenschaft und Mentalität entschieden“, so Hildmann. „Und übers Matchglück, wenn du Standardsituationen und Elfmeter bekommst…“ Nun ja, angesichts der Ausbeute, die der FCK in dieser Saison ausgerechnet in diesen beiden Disziplinen eingefahren hat, sorgt diese Aussage für ein wenig süßsaures Schmunzeln.

DAS IST EIN ECHTER OPTIMIST: HILDMANN FREUT SICH AUF DEN NÄCHSTEN ELFER

Doch der Coach ist ein optimistischer Mensch, „drum freu ich mich auf den nächsten Schützen“, versichert und ergänzt vorsichtshalber: „Und das meine ich ernst.“

Wer der Elfmeterschütze sein könnte, der ihm Freude bereitet, mag er vorab nicht bestimmen: „Es soll der schießen, der sich am besten fühlt“. Er könnte sich allerdings vorstellen, dass es sich dabei um Carlo Sickinger handelt, den 21-jährigen, der seit dem 1:0-Auswärtssieg in Meppen, Hildmanns zweitem Spiel als FCK-Trainer, fester Bestandteil der Startelf ist. Und der sich als Mittelmann in der Dreierkette mittlerweile „festgespielt“ hat, wie der Trainer bestätigt.

Welche Änderungen der Trainer vornehmen könnte, will er noch nicht verraten. Also lässt sich nur orakeln, und selbst das ist knifflig. Stürmer Elias Huth hat sich nach seiner Einwechslung am Mittwoch nicht wirklich aufgedrängt. Mal wieder eine Chance von Anfang an verdient hätte Theo Bergmann, aber wird Hildmann für ihn sein zentrales Mittelfeldduo Mads Albaek/Jan Löhmannsroben auseinander reißen? Eher nicht.

Dann vielleicht eine Änderung der Grundordnung? Vielleicht 4-2-3-1, damit Platz ist für drei zentrale Mittelfeldspieler? Wir werden sehen.

Wir tippen mal, dass Christoph Hemlein mal wieder auf die Position von Hendrick Zuck, dem gegen Braunschweig ebenfalls nicht viel gelang. Ansonsten fällt auch uns, ehrlich gesagt, nicht viel ein.

DIE XG-GRAFIKEN: BRAUNSCHWEIGS NULLLINIE IST ENTSCHULDBAR

Wie immer an dieser Stelle der Blick auf die xG-Grafiken aus dem vorangegangenen Spiel. Die Timeline schmeichelt dem FCK mal wieder, wegen des Elfmeters, der den üblichen Riesensprung verursacht. Erschütternd die „Nulllinie“, die die Braunschweiger Torschussbemühungen verursacht. Doch wie im Spielbericht schon erwähnt: Aufgrund des frühen Platzverweises brauchen sich die Braunschweiger ihrer Leistung nicht zu schämen, sie haben über 70 Minuten großartig gekämpft.

2019-03-13 1204784 xG plot Kaiserslautern 0 - 0 Eintracht Braunschweig.jpg

Die Positions- und Passgrafik bestätigt, wie wenig Zuck ins Spiel einbezogen war, obwohl er sich durchaus bewegte. Zu berücksichtigen ist auch. Die Visualisierung entsteht auf Daten, die nur bis zur 70. Spielminute erhoben werden. Dass der FCK in der zweiten Hälften im 4-4-2 agierte, schlägt da also kaum durch.

2019-03-13 Kaiserslautern Passing plot Kaiserslautern - Eintracht Braunschweig.jpg

Und zum Schluss noch unsere beliebte „Zone 14-Grafik“. Sehr bescheiden wieder mal. Vielleicht sollte man im Zehnerraum mal Schilder aufstellen, die in Richtung Strafraum weisen.

2019-03-13 Kaiserslautern Zone 14 plot Kaiserslautern 0 - 0 Eintracht Braunschweig.jpg