Mit der aufkommenden Abstiegsangst als Adrenalinspritze – aber ohne Sickinger und Albaek 

Becca macht’s möglich: Die Lizenz für die kommende Saison ist dem 1. FC Kaiserslautern sicher, falls der Beirat der FCK-Kapitalgesellschaft dem Investorenpaket zustimmt, das Lauterns Verantwortliche in den vergangenen beiden Tagen mit dem Luxemburger Unternehmer ausgehandelt haben. Sagt jedenfalls Finanzchef Michael Klatt. Einzelheiten folgen. Vorher ist es an Trainer Sascha Hildmann und seinem Team zu zeigen, dass dieser Klub auch sportlich eine Zukunft hat. Die SpVgg Unterhaching gastiert am Samstag, 14 Uhr, auf dem Betzenberg. Ein Gegner, dessen Stimmungsbild sich gegenwärtig noch trüber präsentiert als das Lauterer. Allerdings fallen beim FCK Mads Albaek und Carlo Sickinger aus.

Die Hachinger haben 2019 erst ein Spiel gewonnen. Zuletzt blieben sie neun Mal ohne Sieg, haben dabei nur einen einzigen Treffer zustande bekommen. Wenn nicht jetzt, wann dann, könnte man jetzt in Richtung der Lautrer fragen – so man denn nicht wüsste, dass gerade solche Konstellationen selten zu leichten Siegen führen.

Erst recht nicht auf dem Betzenberg, in dieser Spielzeit schon gar nicht. Auch Hildmanns Jungs mühen seit Wochen müht, wieder in die Spur zu finden, holten zuletzt nur einen Punkt in vier Spielen. Obwohl: Ob man von „mühen“ sprechen darf, zweifeln viele Anhänger mittlerweile an. In den letzten Darbietungen erschienen ihn ihr Team antriebslos – was sie darauf zurückführten, dass es tabellarisch für den FCK schon lange um nichts mehr geht.

DIE ABSTIEGSRÄNGE NÄHERN SICH – DAS SOLLTE SPANNUNG AUFBAUEN 

Nun gegen Haching ist allerdings angezeigt, die Adrenalinspiegel wieder mal in die Höhe zu fahren. Vergeigen die Lautrer nämlich auch dieses Spiel, geht’s in den dann noch ausstehenden beiden Spielen durchaus um was: um den Klassenverbleib    nämlich. Sechs Punkte trennen den FCK noch vom ersten Abstiegsrang, die Hachinger stehen nur drei Zähler vom Abgrund entfernt. Mit einem Auswärtssieg würden sie das Abstiegsgespenst als Gastgeschenk auf dem Betzenberg zurücklassen. 

Zu beachten ist auch: Die Ergebnisse, die die Hachinger aktuell produzieren, mögen deprimierend sein, ihre Leistungen sind es jedoch nicht immer gewesen. Gerade nach der jüngsten 0:1-Heimniederlage gegen Carl Zeiss Jena bescheinigten nahezu alle Beobachter den Schützlingen von Claus Schromm einen engagierten, auch fußballerisch akzeptablen Auftritt. Das 0:1 fiel erst in der 87. Minute – und höchst unglücklich. Das waren Lauterns jüngste Niederlagen eigentlich nicht.

Die Elf hat einiges wieder gutzumachen bei ihrem Anhang – und auch bei ihrem Trainer, der in den letzten Wochen zunehmend konsternierter wirkte und auch vor diesem Spiel nur die mittlerweile üblichen Appelle ausspricht. Es gelte den Leistungswillen, aber auch die Leichtigkeit zurückholen, die es für den Erfolg brauche, und so weiter.

VIERERKETTE MIT GOTTWALT ALS LINKSVERTEIDIGER? MÖGLICH

Carlo Sickinger und Mads Albaek fallen verletzt definitiv aus, Sickinger wird unter Umständen diese Saison gar nicht mehr zum Einsatz kommen. Somit wird die Formation der Startelf für Hildmann zum Puzzle. Immerhin ist Dominik Schad wieder fit. Theo Bergmann hat nach seiner Verletzung am Donnerstag nun erstmals wieder das volle Mannschaftstraining mitgemacht, ob ihn das für einen Startelf qualifiziert, lässt der Trainer erwartungsgemäß erst mal offen.

In Wiesbaden hatte die Viererkette Fechner-Kraus-Hainault-Gottwalt in der zweiten Hälfte wenigstens für ein bisschen mehr defensive Stabilität gesorgt. Daher tippen wir, dass Hildmann diese Besetzung beibehält. 

Allerdings: Schad ist wieder fit, dafür fehlen in der Mittelfeldzentrale Albaek und Sickinger, so dass Fechner wohl dorthin rücken muss. Schade, der 21-Jährige hatte seine Sache als Rechtsverteidiger gut gemacht – der Versuch wäre eine Wiederholung wert gewesen.

Und vorne: Ein wuchtiger Linksverteidiger wie Gottwalt könnte eine gute Wahl sein, um den Dribbler Florian Pick abzusichern, der seiner Art gemäß zwar immer wieder Bälle verdaddelt, andererseits aber zu wenigen gehört, die sich auch mal in Eins-gegen-Eins-Duellen durchsetzen. 

PICK UND JONJIC GERNE WIEDER, ABER BIADA

Ebenso wie auf der anderen Seite Toni Jonjic, dessen Einsatz allein schon deswegen ins Auge gefasst werden sollte, um die Zuschauer bei der Stange zu halten. Immerhin sind „trotz allem“ bereits 14.700 Tickets für die Partie abgesetzt, und wenn das sonnige Wetter anhält, dürfte die Zuschauerzahl wieder an die 20.000er-Grenze heranreichen.

Vorne Mitte? In Wiesbaden hatte Hildmann Julius Biada als Zehner aus der Versenkung zurückgeholt – gedankt hat er seinem Coach diese Chance nicht wirklich. Daher ist ein Zweimannsturm mit dem Duo Thiele/Kühlwetter wahrscheinlicher. Obwohl auch Thiele schon seit Wochen durchhängt. Wie wär’s mal mit Elias Huth von Anfang an? Irgendwie glauben wir nicht dran.

DIE XG-GRAFIKEN: SCHAFFT LAUTERN DIESE SAISON NOCH DIE 0,0?

Hier noch die xG-Grafiken von dem peinlichen Auftritt gegen Wiesbaden. Wir beschränken uns auf ein wenig Sarkasmus.

Die Timeline: Ein Endstand von 1,63 : 0.21 bei den „expected Goals“. Hält der Trend der vergangenen Wochen an, stellt sich eigentlich nur die Frage: Schafft Lautern in dieser Saison noch die 0,0?

2019-04-29 1204859 xG plot SV Wehen Wiesbaden 2 - 0 Kaiserslautern

Die Positions- und Passgrafik: Stand Hemlein eigentlich noch im Spielfeld – oder bereits rechts neben der Seitenlinie? In diesem Fall wäre Wiesbadens 2:0 nicht regelkonform gewesen, denn dann hätte er mit einem Fehlpass aus dem Aus den Treffer eingeleitet.

2019-04-29 Kaiserslautern Passing plot SV Wehen Wiesbaden - Kaiserslautern.jpg

Die „Zone 14“-Grafik: Grad mal ein Pass in die Box, der ankam, und der führte auch noch auf links außen. Nee, dazu fällt uns nicht mal Bissiges ein. 

2019-04-29 Kaiserslautern Zone 14 plot SV Wehen Wiesbaden 2 - 0 Kaiserslautern.jpg