Gegen Würzburg „Fußball spielen, um zu gewinnen“? Aber gerne doch!

Nach einer Pleite gegen Aufstiegsaspirant Wehen (0:2) und einem zumindest auf dem Papier überzeugenden 4:0 gegen Abstiegskandidat Unterhaching trifft der 1. FC Kaiserslautern am morgigen Samstag, 13.30 Uhr, nun auf die Kickers aus Würzburg, die sich in der Liga längst ebenso jenseits von Gut und Böse platziert haben wie der FCK. Was darf da erwartet werden? Müder Freundschaftskick oder Fußball pur mit freiem Kopf? Und von Lautern: „Never change a winnig team“ oder Einsatzchancen für ein Bankdrücker, damit diese für die kommende Runde ein wenig Schaulaufen können? Unsere Antwort auf Frage eins: Keine Ahnung. Auf Frage zwei: Nix Genaues wääß mer net, tendenziell aber scheint Coach Sascha Hildmann eher wenig wechseln zu wollen. Immerhin steht die Aussage: „Wir spielen Fußball, um zu gewinnen.“

Was das zur Verfügung stehende Personal angeht: Theo Bergmann hat nach seiner Gehirnerschütterung in dieser zu Ende gehenden Woche durchgehend mittrainiert und steht wieder voll zur Verfügung. „Er ist eine Option“, so Hildmann. Der verletzte Carlo Sickinger, überragender Spieler einer ansonsten durchwachsenen Rückrunde, könnte laut Hildmann eventuell unmittelbar vor dem Ligafinale gegen Meppen wieder ins Training einsteigen und zum Verbandspokalfinale gegen Wormatia Worms am Samstag, 25. Mai, voll einsatzfähig sein.

GROSSER FUSSBALL NACH DRITTLIGA-TRISTESSE: DIE BAYERN KOMMEN 

Montags drauf, am 27. Mai, gastiert um 18.30 Uhr übrigens Rekordmeister FC Bayern auf dem Betzenberg – ein Benefizspiel zugunsten der finanziell angeschlagenen Lauterer, das Vereinsikone Hans-Peter Briegel und Aufsichtsratsmitglied Paul Wüst eingefädelt haben. Hoffentlich hat der Pfälzer Anhang nach dieser langen, weitgehend unerfreulich verlaufenen Saison noch genug Bock auf Fußball, um diesem Treffen einen angemessenen Rahmen zu bescheren.

ALBAEKS ZUKUNFT BEIM FCK BLEIBT UNGEWISS

Schlecht sieht es dagegen für Mittelfeldspieler Mads Albaek aus, der sich nach dem Wiesbaden-Spiel in den Krankenstand verabschiedet hatte. Seine „komplizierte Verletzung im Adduktorenbereich“, die schon einige mehrwöchige Ausfälle des Dänen verursachte, sei wieder aufgebrochen, so Hildmann. In dieser Spielzeit wird er wohl nicht mehr auflaufen, und da auch sein Vertrag aufläuft, ist fraglich, ob Albaek überhaupt nochmal im FCK-Trikot zu sehen sein wird.

KICKERS HABEN KEINE SORGEN MEHR, ABER AUCH KEINE HOFFNUNGEN

Gegner Würzburg versuche, „von hinten heraus Fußball zu spielen, arbeitet selten mit langen Bällen“, hat der FCK-Trainer beobachtet. Zuletzt siegten die Franken zwei Mal in Folge, vergangenes Woche spektakulär mit 4:3 beim eminent erstarkten FC Carl Zeiss Jena. Dem Team scheint es also tatsächlich den Kopf frei zu machen, dass es in der Restsaison von jedwedem Abstiegs- wie Aufstiegskampf losgelöst ist.

Vor allem Keeper Eric Verstappen trumpft groß auf – eine Woche zuvor, beim 2:0-Sieg gegen Fortuna Köln, hielt er einen Foulelfmeter von Moritz Hartmann. Kurios: Vor kurzem erst haben die Kickers eine Verlängerungsklausel aus Verstappens Vertrag gestrichen, der Torhüter darf nun im Sommer ablösefrei wechseln und sich auf dem Arbeitsmarkt präsentieren. Angesichts seiner jüngsten Leistungen wird es Coach Michael Schiele schwerfallen, seinen zweiten Mann Leon Bätge wieder in den Kasten zu stellen, obwohl der noch über den Sommer hinaus Vertrag hat.

DIE XG-GRAFIKEN: BESSER ALS ZULETZ – WEN WUNDERT’S NACH EINEM 4:0

Zum Schluss wie immer der Blick auf die „expected Goals“-Grafiken vom Spiel gegen Unterhaching. Die xG-Timeline überzeugt, allerdings werden die größten Sprünge durch die Einschussgelegenheiten verursacht, die dann auch zu Treffern führten. Viel ließ der FCK also nicht aus, und: Die ersten 60 Minuten waren ziemlich dürftig, aber das haben wir auch in der subjektiven Betrachtung bereits festgestellt.

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Die Positions- und Passgrafik: Youngster Toni Jonjic kam rechts offensiv nicht so gut ins Spiel – so gut wie keine Kommunikation mit den Stürmern Thiele und Kühlwetter. Die linke Seite war wieder mal aktiver. Erwartungsgemäß die Rollenverteilung im zentralen Mittelfeld: Löhmannsröben als Dreh- und Angelpunkt, Fechner erledigte die Dreckarbeit in die Breite. Ansonsten präsentiert sich das auf dem Papier angelegte 4-4-2 ordentlich abgebildet.

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Die „Zone 14“-Aktivitäten: Na ja, immerhin besser als zuletzt. Nur sieben Pässe aus dem Zehnerraum, keiner in die Box, aber sechs von denen, die auf die Flügel gespielt wurden, kamen an. Wenn von dort anschließend die Bälle in die Mitte aufgelegt werden, ist dagegen nichts zu sagen.

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