In Meppen punkten – mit Zweikampfhärte und dem Kopf als entscheidenden Faktor

Ein Sieg und ein Remis holte der 1. FC Kaiserslautern in den letzten beiden Ligaspielen. Punktet er jetzt auch am Samstag, 14 Uhr, in Meppen, könnte das Team langsam in so etwas wie einen „Lauf“ einstellen – und auf nichts wartet der Anhang sehnlicher. Dumm nur: Mit Janik Bachmann und José Matuwila drohen zwei defensive Stammkräfte ausfallen, auch Andri Runar Bjanarson steht noch nicht zur Verfügung.  Dafür drängen Trainer Sascha Hildmann zufolge mit Neuzugang Lucas Röser und Simon Skarlatidis gleich zwei Offensivkräfte in die Startelf. So dass auch Hildmanns Gegenüber Christian Neidhart bis zum Anpfiff rätseln darf, in welcher Besetzung die Lauterer auflaufen.

Für die Emsländer dauerte die Länderspielpause sogar noch eine Woche länger als für die Lautrer, da ihr zuletzt vorgesehenes Spiel gegen den MSV Duisburg auf den 2. Oktober verlegt worden ist. Die vorangegangene Heimpartie gegen den FC Carl Zeiss Jena wurde dafür mit 3:0 gewonnen. Viel Lob gab es dabei für Neuzugang Valdet Rama, den ehemaligen 60er und Würzburger, den die Meppener im Sommer vom türkischen Erstligisten FK Kukesi zurückholten.

Der 31-Jährige erzielte gegen Jena auch den ersten Treffer. Den zweiten markierte  Marcus Piossek, der bereits beim sechsten Verein in Liga 3 Dienst tut und zu Zweitligazeiten auch schon mal beim FCK aktiv war. Tor Nummer 3 steuerte der 23-Jährige Deniz Undav bei, von dem die Meppener hoffen, dass ihm in dieser Saison der endgültige Durchbruch als Sturmspitze gelingt, auf dass er den im Sommer abgewanderten Torjäger Nik Proschwitz vergessen macht.

HILDMANN: ATHLETIK UND AUSDAUER SIND NICHT DAS PROBLEM

Ansonsten sind die Niedersachsen mit acht Punkten und Rang 11 Tabellennachbarn des FCK, dies allerdings bei einem Spiel weniger. Und im Gegensatz zu den Lautrern bietet diese Platzierung dem Anhang keinen Anlass zur Unzufriedenheit. FCK-Trainer Hildmann erwartet in der engen Hänsch-Arena, in der sich die Atmosphäre aufstaue, einen kampfstarken Gegner mit gutem Umschaltspiel, dem es mit entsprechender Zweikampfhärte zu begegnen gelte. Wenn sein Team zudem „Abschlussstärke“ zeige, „dann haben wir eine gute Chance, dieses Spiel zu gewinnen.“

Der Coach war mit der „fußballerischen Qualität“ seiner Jungs in den jüngsten beiden Partien zufrieden. Dass die Ergebnisse noch besser werden müssen, ist auch für ihn keine Frage. Dass zuletzt „hinten raus“ immer mal was gefehlt und dies auch Punkte gekostet habe, sei jedenfalls nicht auf Mängel in punkto Ausdauer und Athletik zurückzuführen: „Was Laktatwerte und andere physische Auswertungen betrifft, liegen  wir überdurchschnittlich gut, das können wir auch belegen.“

PUNKTVERLUSTE IN SCHLUSSPHASEN HABEN VIELERLEI GRÜNDE

Die Punktverluste in den Schlussphasen hätten vielerlei Gründe. Sie lägen unter anderem daran, dass der Gegner sich gegen Ende des Spiels energischer aufbäume, „wir aber auch offensiv öfter mal gewechselt haben.“ In der Länderspielpause habe man zudem auch im mentalen Bereich gearbeitet, „weil der Kopf dann doch oft der entscheidende Faktor ist.“

Jetzt drohen Ausfälle der Defensivkräfte Bachmann und Matuwila, gleichzeitig drängen laut Hildmann mit Skarlatidis und Röser zwei Offensive in die Startelf. Das klingt, als könnte ein zumindest auf dem Papier superoffensiver FCK auflaufen. Soweit wird es aber wohl nicht kommen.

AUSFÄLLE KÖNNTEN UMSTELLUNGEN NACH SICH ZIEHEN

Der Coach schließt zwar Umstellungen von „System“ oder „Taktik“ nicht aus, wenn es zu Ausfällen kommt – hinter dem Einsatz beider Spieler stünden „große Fragezeichen“ –, aber dass er seine Grundordnung beispielsweise wieder mit Dreierkette plant, ist eher unwahrscheinlich. Schließlich ist das Verhalten der Viererkette ebenfalls Schwerpunktthema in der Länderspielpause gewesen, wie der Trainer berichtete.

Welche Varianten stattdessen denkbar sind? Für Matuwila könnte Carlo Sickinger in die Viererkette zurückgezogen werden, Christian Kühlwetter wieder auf der Acht agieren und so den Platz im Sturmzentrum für Röser freimachen. 

Alternativ könnte Kühlwetter auch mit Röser die Doppelspitze in einem 4-4-2 bilden. Fällt zusätzlich Bachmann aus, könnte Sickinger ihn auf der Sechs vertreten und Lukas Gottwalt den Platz im Abwehrzentrum übernehmen.

Das sähe dann so aus:

Bildschirmfoto 2019-09-12 um 18.54.59.png

Keine Idee haben wir, wen Skarlatidis aus der Startelf verdrängen könnte, so sehr er nach Hildmanns Worten auf einen Einsatz von Beginn an brennt. Die Flügelspieler Timmy Thiele und Florian Pick präsentierten sich zuletzt sehr stark, und auch auf den stets anspielbaren Manfred Starke im zentralen Mittelfeld würden wir jedenfalls nur ungern verzichten.

Text: Eric Scherer / Foto: Thomas F. Starke/Getty Images