Die xG-Grafiken von Duisburg: Der MSV bleibt vorn, trotz guter FCK-Chancen und verweigertem Elfer

Schon klar: Nach solchen Niederlagen wie dem 1:3 des 1. FC Kaiserslautern beim MSV Duisburg ist es nicht jedermann zuzumuten, nachträglich noch einen Blick auf unsere „xG“-Grafiken zu riskieren. Aber wir wissen um unsere kleine Nerd-Community und wie gerne sie uns folgt, um sich die von Sander Ijtsma liebevoll ausgearbeiteten Schaubilder zu betrachten. Bitte sehr. Vor allem die Timeline ist nach diesem Abend der offenen Flügel recht aufschlussreich.

Trotz einer nicht gegebenen Elfmeters und einiger guter Torchancen für den FCK in Hälfte eins – dass der MSV in der Aufrechnung der „expected Goals“ (xG) am Ende dennoch deutlich vorne liegt, überrascht uns nicht wirklich. Dazu haben sich die Zebras einfach zu viele gute Gelegenheiten über die Seiten erarbeiten dürfen. Allein die Chance von Vermeij, die Grill unmittelbar nach der Pause vereitelte, verursacht einen Sprung von etwa 4.5 Punkten – demnach also handelte es sich um eine Einschussgelegenheit mit einer statistisch belegten Trefferwahrscheinlichkeit von 45 Prozent.

2019-10-18 1437455 xG plot MSV Duisburg 3 - 1 Kaiserslautern.png

Ebenfalls zu sehen: Kühlwetter beste Chance, einen Treffer zu erzielen, ergab sich in der 17. Minute, per Kopf nach Jonjics Flankenball von rechts. Seine Gelegenheit kurz vor der Pause dagegen war nicht so annähernd „hundertprozentig“, wie sie verschiedentlich dargestellt wurde. Hemleins Effetball, der vorher nochmal aufsetzte, war aus vollem Lauf wesentlich schwerer zu nehmen, als so mancher Betrachter sich das vorstellt.

Gar keinen Ausschlag findet sich in der siebten Minute, als Kühlwetter eine Linksflanke Starke verwerten konnte, irgendwie aber nicht richtig reagieret. Weshalb? Möglicherweise, weil die Basisdaten, auf die „11tegen11“ zurückgreifen kann, eben nicht die allerbesten sind. Ist halt nur Dritte Liga. Nicht zu vergleichen mit den Erhebungen, die der Anbieter „Opta“ im Auftrag der DFL für die Erste und Zweite Liga anstellt.

Im „Pitchplot“ findet sich unter anderem die Auflistung der reinen Torschüsse, wie sie auch in gängigen Statistiken verzeichnet werden. Ein 15:10 belegt, dass zwar auch der FCK durchaus aktiv war, der MSV unterm Strich aber einen deutlichen Vorsprung aufweist. Die qualitative „xG“-Bewertung von 1.96 : 0.98 fällt aber nochmal um einiges um einiges krasser aus – und ist entsprechend näher an der Realität.

2019-10-18 Pitch plot MSV Duisburg 3 - 1 Kaiserslautern.png

Die Position- und Passgrafik: Unter Schommers wird mehr auf Ballbesitz gespielt, das hat sich auch in den vorangegangenen Spielen schon gezeigt. Diesmal lief der Ball aber mehr durch die hinteren Reihen, in der Offensive wurde kaum mit dem Ball kommuniziert, das sah nach dem 3:1 gegen Jena wesentlich besser aus.

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Passlinien werden übrigens erst ab drei Zuspielen eingezeichnet. Drum findet sich keine zwischen Jonjic und Kühlwetter, obwohl der Youngster dem Stürmer einen schönen Flankenball auf den Kopf servierte. Gleiches gilt für Hemlein.

Zum Vergleich die Positions- und Passgrafik des MSV: Ja, da würde beim Ausdrucken einiges an schwarzer Farbe gebraucht.

2019-10-18 MSV Duisburg Passing plot MSV Duisburg - Kaiserslautern.png

Die „Zone 14“-Grafiken: Auch da werden Vorteile für den MSV sichtbar. Wobei beide Mannschaften eher das Spiel über die Flügel bevorzugten. 

2019-10-18 Zone 14 plot MSV Duisburg - Kaiserslautern.png

Zum Schluss die Visualisierung der Halbraum-Aktivitäten. Der MSV bereitete den zweiten und dritten Treffer über halbrechts vor. Zu erkennen an den kleinen Rauten anstelle einer Pfeilspitze. Beim 2:0 stand Stoppelkamp am Sechzehner vollkommen frei, beim dritten kassierte Mickels den halblinken Innenverteidiger Fechner mit einer Leichtigkeit, die einfach nur entsetzt.

2019-10-18 Halfspace plot MSV Duisburg 3 - 1 Kaiserslautern.png

Text: Eric Scherer / Grafiken: 11tegen11

 Foto Taktiktafel: Katrin Wuertemberger/Bongarts/Getty Images