Nach dem Lieblingsgegner wartet der Angstgegner: „Eng stehen und die Zweikämpfe annehmen“

Gelingt es dem 1. FC Kaiserslautern, seine starke Leistung aus dem jüngsten Liga-Spiel gegen den KFC Uerdingen (3:0) zu bestätigen? Am Sonntag, 13 Uhr, bietet sich erneut die Möglichkeit, zum ersten Mal seit Oktober 2018 zwei Siege hintereinander einzufahren. Allerdings geht’s gegen den FC Hansa Rostock, gegen den der FCK vergangene Saison beide Spiele vergeigte. Personell sieht’s jedenfalls gut aus, Trainer Boris Schommers könnte nach dem Sieg in Uerdingen aus „Never change a winning team“ setzen. Könnte.

„Die Statistik ist sekundär“, so Schommers, wichtig sei, „wieder eine gute Leistung zu bringen“, und da sei er zuversichtlich gestimmt: „Die Jungs sind heiß“. Allerdings erwarte seine Mannschaft ein ganz anderes Spiel als in Uerdingen: „Die Rostocker verteidigen aggressiv gegen den Ball, warten nicht ab, gehen früh ins Angriffspressing. Das Team verteidigt sehr hoch, will Fußball spielen und sucht die spielerische Lösung.“ Für seine Mannschaft heiße es da: „Eng stehen und die Zweikämpfe annehmen.“ 

Gerade da gäbe es auch nach dem vom Ergebnis her überzeugenden Spiel gegen Uerdingen noch einiges zu verbessern. „Grundsätzlich“ habe seine Mannschaft da gut gespielt, aber im Test während der Länderspielpause gegen Regionalligist Walldorf (4:1) hätten sich einige Alternativen angeboten. Damit lässt Schommers wie immer offen, ob er seine Startelf am Sonntag ändert.

AN HAINAULT KOMMT DERZEIT KEINER VORBEI

Dass er seine Vierer-Abwehrkette inklusive die beiden zentralen Mittelfeldspieler davor stehen lässt, ist jedoch anzunehmen – wie sonst sollte der FCK auch jemals zu defensiver Stabilität finden. Insbesondere Oldie André Hainault, der unter Schommers wieder in die Startelf zurückgefunden hat, hat beim Trainer einen Stein im Brett: „Aufgrund seiner Erfahrung“, aber auch, weil „er mit der Drucksituation umgehen kann und in jedem Training an die 100 Prozent rangeht.“

Demnach sähe die Startelf so aus:

Grill – Schad, Kraus, Hainault, Hercher – Kühlwetter, Bachmann, Sickinger, Zuck – Thiele, Pick.

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Variieren könnte Schommers allenfalls auf den Offensivpositionen. Da könnte zum Beispiel die Nominierung von Simon Skarlatidis oder Andri Runar Bjanarson den Gegner überraschen. Weiterhin ohne eine Minute Pflichtspieleinsatz unter Boris Schommers ist der längst wiedergenesene Theo Bergmann. Er sei fit, und wenn er so weiter trainiere, werde er bald auflaufen, bleibt der Trainer auch in dieser Frage unkonkret.

SPALVIS: ES BESTEHT NOCH HOFFNUNG AUF RÜCKKEHR

Dafür fiel auf der PK zum Spiel ein Name, der schon lange nicht mehr zu hören war. Mit dem Langzeitverletzten Lukas Spalvis wolle er sich im Dezember das erste Mal treffen, um mit ihm zu besprechen, wie er ab Januar wieder in den Trainingsbetrieb integriert werden könnte, so Schommers. 

Auch das klingt zwar recht vage, immerhin aber macht die Aussage deutlich: Dass der 25-Jährige, der seit September 2018 wegen eines komplizierten Knorpelschadens ausfällt, zum Sportinvaliden erklärt wird, wie es schon öfter kolportiert wurde, ist noch nicht offiziell.

HANSA SUCHT WEITERHIN NACH KONSTANZ

Wer Hansa Rostock in der vergangenen Saison lediglich in den Spielen gegen den 1. FC Kaiserslautern gesehen hat, wunderte sich, weshalb dieses Team nicht ganz vorne mitspielte. Es schlug die Lauterer nämlich sowohl zuhause (4:1) und auf dem Betzenberg (2:0) souverän und nach absolut überzeugenden Leistungen. 

Allerdings war der FCK der einzige Klub, gegen den die Rostocker in dieser Spielzeit zwei Mal gewannen. Die Lauterer dagegen schlugen Uerdingen zwei Mal – den Gegner also, gegen sie auch zuletzt triumphierten.

Auch heuer hat Hansa als aktueller Tabellen-7. noch nicht zu der Konstanz gefunden, die es braucht, um sich an der Tabellenspitze festzusetzen. Zuletzt folgten drei Siegen in Serie – gegen Meppen, in Magdeburg und gegen 1860 München – zwei Niederlagen in Folge, in Jena und zuhause gegen Tabellenführer Duisburg.

BÜLOW FÄLLT AUS, BEI BREIER LÄUFT

In der Länderspielpause mussten die Rostocker im Landespokal ran und schlugen den Sechstligisten TSV Bützow mit 5:0. Gegen Lautern muss Trainer Jens Härtel seinen  defensiven Mittelfeld-Stabilisator Kai Bülow ersetzen, der einen Innenbandabriss am Knie erlitten hat und mindestens bis Jahresende ausfällt. 

Der Hansa-Coach formiert sein Team vorzugsweise im 4-2-3-1, hat aber auch schon wiederholt auf eine Abwehr-Dreierkette umgestellt. Im Sommer hatte er insbesondere einen gewaltigen qualitativen Aderlass auf den Flügelpositionen zu bewältigen. Mit Merveille Biankadi, Cebio Soukou und Marcel Hilßner verließen gleich drei Spieler für die offensiven Außenpositionen den Verein, die späte Nachverpflichtung Nik Omladic (von der SpVgg Greuther Fürth) sowie die Leihgabe Aaron Opuku (vom Hamburger SV) vermochten die Lücken mittlerweile leidlich zu schließen.

Gut läuft’s derzeit bei Mittelstürmer Pascal Breier, der nach 15 Spielen bereits so viele Treffer markiert hat wie in der gesamten Spielzeit zuvor, sieben nämlich. Mehr erwartet haben sich die Rostocker allerdings von Rasmus Pedersen, den sie sich aus Aalborg borgten. Der Däne kam bislang nicht über Kurzeinsätze hinaus. Ob ihm ausgerechnet in Lautern sein „Coming out“ gelingt? Es wäre nicht das erste Mal, dass sich der FCK als idealer Aufbaugegner profiliert.