Gerade noch vorm Fest ausgepackt: Die xG-Grafiken vom Haching-Spiel

 

Schon klar, an Heiligabend braucht sie jetzt wirklich niemand mehr, aber sie müssen halt noch raus. Außerdem haben wir lange auf sie verzichten müssen. Und davon mal abgesehen: Bevor Aschenbrödel jetzt gleich auf allen Kanälen anfängt, nach ihren drei Nüssen zu kramen, darf es ja vielleicht auch noch ein wenig Nerdkram sein: die xG-Grafiken vom Jahresabschlussspiel des 1. FC Kaiserslautern bei der SpVgg Unterhaching.

Der Aufrechnung der qualitativ bewerteten Torchancen zufolge hätte der FCK eigentlich klar gewinnen müssen. Wobei die Timeline ihren entscheidenden Ausschlag durch die Großchance von Timmy Thiele in der 32. Minute erhält.

2019-12-21 1437534 xG plot SpVgg Unterhaching 1 - 1 Kaiserslautern.png

 

Interessant: Die Einschussmöglichkeit Thieles in der zweiten Hälfte, als er freistehend am langen Pfosten draufhalten kann, wird von Sander Ijtsmas Analyseprogramm als gar nicht mal so gravierend angesehen, womöglich, weil der Winkel sehr spitz war und doch noch einige Spieler auf der Torlinie postiert waren, die den Ball hätten blocken können.

Im „Pitchplot“ fällt einmal mehr auf: Bei der plumpen Aufzählung der abgegebenen Torschüsse steht auf einmal die andere Seite besser da, da heißt es nämlich 14:9 für Haching. Bescheiden ist, was die Teams über ruhende Bälle („Set Pieces) an „expected Goals“ kreierten. Zumindest für Lautern ist das aber kein ungewohntes Bild.

2019-12-21 Pitch plot SpVgg Unterhaching 1 - 1 Kaiserslautern.png

Die Positions- und Passgrafik ist nach dem, an was uns der neue FCK unter Boris Schommers in den vergangenen Wochen gewöhnt hat, diesmal weniger beeindruckend. Wenig Passspiel zwischen den Offensivkräften.

2019-12-21 Kaiserslautern Passing plot SpVgg Unterhaching - Kaiserslautern.png

An dieser Stelle sei aber auch nochmal angemerkt: Linien zwischen zwei Punktenwerden erst eingezeichnet, wenn zwischen ihnen drei oder mehr Pässe gespielt werden. Aus diesem Grund findet das Zuspiel von Hendrick Zuck auf Christian Kühlwetter zum 1:1-Ausgleich keinen Niederschlag.

Da wir wegen Lieferschwierigkeiten bei „11tegen11“ zum Topspiel gegen den Halleschen SC keine Positions- und Passgrafik veröffentlichen konnten, sei diese an dieser Stelle nachgeholt – eben, weil sie einen interessanten Vergleich bietet. So sieht’s nämlich aus, wenn die FCK-Elf den Ball auf dem Niveau zirkulieren lässt, das sie mittlerweile zu spielen vermag.

2019-12-07 Kaiserslautern Passing plot Kaiserslautern - Hallescher.png

Dass Haching zu den Topadressen der Liga gehört, was Spielstärke angeht, beweist auch deren Positions- und Passgrafik.

2019-12-21 SpVgg Unterhaching Passing plot SpVgg Unterhaching - Kaiserslautern.png

Die Visualisierungen von „Zone 14“ und den „Halbräumen“ schenken wir uns abermals. Sie bilden nach unserem Dafürhalten die Realität zwar besser ab die, die uns zuletzt nach dem Spiel gegen den FC Bayern II erreichten, sind aber wieder einmal seitenverkehrt und stiften nicht zuletzt dadurch mehr Verwirrung als Klarheit.

Lieber wünschen wir unseren Lesern an dieser Stelle ein Frohes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr.

Auf ein Wiederlesen 2020 – mit hoffentlich vielen Analysen von FCK-Siegen, Hintergrundberichten und Kommentaren, die das Treiben der neuen FCK-Führung zurecht in ein positives Licht rücken, gewürzt mit ein bisschen Humor und natürlich ausschließlich gut gemeinter Besserwisserei.

Apropos: Der schönste Weihnachtsfilm der Neuzeit ist eben nicht „Drei Nüsse für Aschenbrödel“, sondern „Tatsächlich: Liebe“, und unser Weihnachtsständchen unten schlägt „Last Christmas“ um Längen.

 

Text: Eric Scherer

Foto: Jürgen Schwarz